Klassische

Hundeschulen

vs.

Tierpsychologie

(Fort

-

setzung)

Das Kontrollverhalten

Nichts macht einen Leithund mächtiger als denjenigen zu kontrollieren - der sich auch noch glaubt, er sei der Chef und dabei nicht mal bemerkt, wenn man vom eigenen Hund nur vorgeführt wird und ihn dafür auch noch immer wieder bestätigt / belohnt… Gerade deswegen zählt das Kontrollverhalten zum grössten Übel aus tierpsychologischer Sicht, denn es ist eine der Hauptursachen für all-mögliche Probleme, die man aktuell haben mag oder in Zukunft noch bekommen müsste. Das Kontrollverhalten wird leider sehr oft mit “Trennungsangst“ verwechselt (mehr dazu später…) In Hundeschulen mit etwas Erfahrung kann man lernen, dass es nicht gut ist, wenn man sich (zu Hause) vom Hund Schritt auf Tritt verfolgen lässt. Wir nennen es das aktives Kontrollverhalten”. Unterbindet man dieses, bei Leithunden (die sich eigentlich zuständig fühlen), so macht der Hund einfach etwas anderes, um seinen Rang wieder über den Halter zu stellen und interessanter-weise machen alle Hunde genau dasselbe: Schickt man seinen Hund (in dem Moment, wo man vom Hund „verfolgt“ wird) weg, so würde er sich eine zentrale Position im Raum aussuchen, wo er sich dann hinlegt. Er kontrolliert von diesem Platz aus weiter, jedoch mit dem Unterschied, dass er nicht nur eine einzelne Person, sondern das ganze Territorium und sämtliche darin befindlichen Personen und Tiere (Hunde, Katzen) überwachen kann. Wenn man genau hinschaut, kann man erkennen, dass man vom Hund permanent mit den Augen kontrolliert wird, indem man permanent angestarrt wird (siehe Bild oben links) - sobald man sich bewegt. Erst am späten Abend, wenn man auf der Couch sitzt und TV schaut, kann der Hund sich endlich auch entspannen (weil nichts mehr läuft). Oft legen sie sich beim Anstarren (Fixieren) so hin, dass entweder beide Pfoten ausgestreckt sind (Kopf dazwischen, flach am Boden), oder eine ausgestreckte Pfote und Kopf flach drauf-liegend. Sie stellen sicher, dass ihre Anspannungen in den Pfoten aufrecht erhalten werden (Dominanz-Geste). Wir nennen dies passives Kontrollverhalten“. Komischerweise kann man bezüglich des passiven Kontrollverhalten in Fachliteraturen nirgends etwas finden, OBWOHL jeder Leithund dieses Verhalten bisher immer zeigte! Erkennt man dieses Verhalten nicht, oder würde man es falsch interpretieren, so wäre dies ein fataler Fehler. Sehr oft (und fälschlicherweise) wird Kontrollverhalten bzw. der daraus resultierende Kontrollverlust als Trennungsangst interpretiert, was alles noch schlimmer macht. Gerade weil Therapie-Ansätze bei Kontrollverhalten und Trennungsangst gegenteiliger nicht sein könnten, ist auch das Resultat einer Therapie meist ein noch ängstlicher / überforderter Hund, wenn man das Fehlverhalten bei der Diagnose falsch einschätzt und mit menschlichen Ansätzen versucht zu helfen. Solche Hunde brauchen erstmal Führung statt Zuwendung.

Wie testet man passives Kontrollverhalten?

Aktives Kontrollverhalten (nachlaufen) lässt sich einfach feststellen. Beim passiven Kontrollverhalten ist es weniger offensichtlich. Wenn man nicht sicher ist, ob ein Hund gerade kontrollierend liegt, so sollte man folgendermassen vorgehen: Gehen Sie langsam und wortlos zu Seite des Hundes und knien Sie neben dem Hund langsam nieder. Wählen Sie die Seite aus, die der Hund Ihnen anbietet, wo er sich weniger sperren müsste, wenn man ihn gänzlich auf die Seite legen möchte Fassen Sie ihn dann mit beiden Händen so an, dass Sie ihn auf die Seite legen können Achten Sie darauf, ob er sich dagegen sperrt. Sie sind dann steif ist, wie ein gefrorenes Kaninchen (total angespannt).Dazu fassen Sie an seine Nase und versuchen seinen Kopf etwas weiter zu senken. Bewegt sich dabei der ganze Körper, so hat man die Bestätigung, dass man vom Hund kontrolliert wird In diesem Fall dürfte es auch nicht möglich sein, dass der Hund auf der Seite liegen bleibt. Kaum entfernt man sich wieder, so müsste er sofort wieder in seine (kontrollierende) Ursprungsposition zurückgehen. Hunde die Verantwortung im Rudel tragen kontrollieren und beanspruchen auch das Territorium, welches Sie dann konsequent kontrollieren. Deswegen wäre es wichtig, Hunden Hund ihre Kontrollaufgaben abnehmen zu können. So könnte ein Leithund entspannt irgendwo herumliegen und er könnte so auch seine wichtigen Ruhephasen haben, die ihm bei Kontrollverhalten fehlen würden.

Trennungsängste

oder

Kon

-

trollverlust?

Hunde (und Tiere im Allgemeinen) kennen KEINE Emotionen wie Trennungsangst. Sie können sich für Menschen verantwortlich fühlen (Leithunde) oder nicht (Gefolgshunde) - Punkt! Trennungsängste oder Verlustängste sind Emotionen, die man als Mensch haben mag. Sie entstehen aus bisherigen Erfahrungen aus dem Leben und können zu all den kleinen Sorgen und/oder Ängsten führen, mit welchen Menschen durchs Leben gehen mögen... Hunde leben „im Jetzt“ und kennen Emotion wie „sich Sorgen machen“ nicht. Sie könnten sich auch keine Gedanken machen, ob sie Gefühle verletzen könnten, wie Menschen das tun würden. Im Gegensatz zu uns Menschen, nehmen Hunde jeden Tag, wie er gerade kommt. Menschen, die schon haben lernen dürfen, dem Schicksal zu vertrauen, wissen, dass alles was im Leben passiert, immer seinen Grund hat - auch wenn man ihn anfänglich nicht immer gleich erkennen kann. Oft wird man wegen einer neuen, schwierigen Situation zu einer Veränderung angetrieben, welche langfristig gesehen, einen positiven Einfluss auf das Leben haben wird. Dies aber nur, wenn man sich Herausforderungen stellt. Das Dog-Psychology-Center würde es heute auch nicht geben können, wäre ich vor über 10 Jahren nicht vom Gesetzgeber gezwungen worden, mein eigenes Haus zu verlassen, um meine Tätigkeit fortführen zu können. Ich fühlte mich damals nicht nur ungerecht behandelt sondern das System brachte mich in eine vorerst aussichtslose Situation - und trotzdem hat sich schlussendlich ein Weg finden lassen! Es war ein harter Kampf der sich sehr gelohnt hatte und ich danke an dieser Stelle all den vielen Engel, die an meiner Seite waren! So ist es nie Zufall, wenn das Schicksal einem einen schwierigen Leithund beschert! Ein wesensstarker Leithund treibt seine Halter dazu an, sich mit der eigenen Lebensqualität zu befassen (Kopflastigkeit, Ungeduld, Hektik, Stress, Sorgen, Ängste, Hyperaktivität, etc.). Leithunde fördern das eigene (Selbst-)Bewusstsein und sie zeigen einem, dass man als Mensch verlernt hat, seinem Bauchgefühl (WIE) zu vertrauen, weil der Verstand (WAS) einem oft im Weg steht. Leithunde würden nie auf das „WAS“ jemand macht, sondern sie würden ausschliesslich auf die Energien resp. auf das „WIE“ jemand etwas macht, schauen. Leithunde kommen also vor allem in unser Leben, um das eigene Bewusstsein zu wecken und um das eigene Selbstbewusstsein zu stärken (Energien). Sie zwingen einen, sich mit wichtigen Baustellen zu befassen, deren man sich vielleicht nicht einmal richtig bewusst war. Leithunde machen einen immer genau in dem Moment darauf aufmerksam, wo man ruhige und bestimmte Energie verlassen würde bzw. sobald man wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen würde, die einem nicht guttun würden (wie Stress aus Unsicherheiten oder Ängsten, Kopflastigkeit, etc.). Ohne Kopflastigkeit & Co. dürfte man selbst ein viel entspannteres, glücklicheres und v.a. sorgenfreieres Leben - ganz ohne Ängste - führen. Oft hat man sich bereits daran gewöhnt, dass solche Zustände zur „Normalität“ zählen. Insbesondere hochsensible Personen, die es mit Kopflastigkeit & Co. übertreiben, überfluten sich selbst ständig mit Eindrücken, Sorgen oder Ängsten und laufen Gefahr, in ein Burnout oder gar in eine Depression zu fallen, ohne zu wissen warum! Sorgen und Ängste zu vermeiden, ist einer der wichtigsten (und schwierigsten) Punkte, um vom Hund als Führungsperson akzeptiert werden zu können. Dies, weil Unsicherheiten und Ängste zu den schwächsten Energien zählen, die es in der Natur gibt. Hunde zeigen Kontrollverhalten - nicht nur zu Hause - sondern auch auf Spaziergängen. Mehr Infos dazu bekommt man bei der Wesensanalyse.

Warum Hunde Kontrollverhalten zeigen

Um dies verständlich zu erklären müssen wir etwas ausholen… Hunde wachsen normalerweise beim Züchter in einer Wurfbox auf. Die „Hundemutter“ sorgt bereits in der Wurfkiste für sichere Strukturen und klare Regeln, die das Überleben von jedem einzelnen Welpen sicherstellen sollen. Würde z.B. ein Welpe alles wegtrinken wollen, so würde dieser von der Mutterhündin ruhig und bestimmt korrigiert, um ihm klarzumachen, dass das so nicht geht. Würde er kurz darauf gleich wieder gegen diese Regel verstossen, so würde sie ihn - beim nächsten Mal - viel bestimmter (stärker) korrigieren müssen, um sicherzustellen, dass dieser die Korrektur auch akzeptiert. Hat man einen Hund beim Züchter bestellt, so kommt dieser mit ca. 12 Wochen in ein neues Umfeld. Vor lauter Freude am kleinen, süssen Hund, gibt man als Mensch von Anfang an vor allem Zuwendung, anstatt für Strukturen zu sorgen und konsequente Regeln aufzustellen, so wie das die Mutterhündin beim Züchter gemacht hatte. Hunde wissen instinktiv, dass wenn in einem Rudel niemand die Führung übernimmt, dass es nicht überlebensfähig sein kann. Deswegen wird der kleine Hund gleich in diese dominante Position “gedrängt”, ohne dass man es bemerken kann. So beginnen sie, sämtliche Familienmitglieder zu kontrollieren, indem sie ihnen nachlaufen, sie fixieren, ihnen auf die Füsse stehen oder liegen, hochstehen, ablecken, etc. Je mehr ein Hund besitzen und kontrollieren darf, desto höher ist seine Rangordnung. Der Ranghöchste eines Rudels kontrolliert sämtliche Rudelmitglieder und beansprucht alles, was sich im (von ihm beanspruchten) Territorium befindet. Leithunde bemerken rasch, wenn im neuen Umfeld dominantes (respektloses) Verhalten fälschlicherweise als „Freude“ oder „dem Hund gefällts bei uns“ interpretiert wird. So beginnen sie manipulativ zu arbeiten und zeigen täglich die wiederholenden Verhaltensmuster, mit welchen sie ihre Rangordnung weiter stärken können und dafür auch noch belohnt werden. Je erwachsener Hunde werden, desto ernster nehmen sie ihre Position (Verantwortung) und treffen Entscheidungen, die zu Problemen führen müssten. Leider werden die gerade erwähnten dominanten, sich wiederholenden Verhaltensmuster in Hundeschulen nicht korrekt erkannt und somit (unbewusster Weise) weiter gefördert. Solange man als Hundehalter sich vom Hund kontrollieren und besitzen lässt, können auch unsere besten Tipps und Techniken nicht zielführend sein. Man wird quasi zum Rudelmitglied des Hundes (im Rang des „grossen Welpen“…). Fühlt sich ein Leithund ranghöher, kann er in schwierigen Situationen nicht auf rangniedrigere Rudelmitglieder hören. Sie lassen in solchen Momenten auch vom „grossen Welpen“ massregeln. Weil einem in solchen Situationen die Rangordnung fehlt, kann man vom Hund selbst massgeregelt werden (hochspringen oder schnappen). Oder könnten Sie in einer „Notsituation“ auf jemanden hören, von dem Sie wissen, dass dieser zu Hause (fast) alles falsch interpretiert?

Konsequenzen für den Hund

Es wäre aus tierpsychologischer Sicht nicht einmal so schlimm, wenn Hunde Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen würden, wenn sie dabei Rücksicht auf menschliche Verhaltensregeln nehmen könnten… Hunde, die über Jahre Kontrollverhalten aufrecht erhalten haben, zahlen alle einen hohen Preis: sie werden mit der Zeit immer unsicherer. Der Grund dafür ist sehr einfach: Je höher die Rangordnung des Hundes zu Hause (eigenes Territorium), desto überforderter ist er dann mit seinem hohen Rang draussen (im fremden Territorien). Viele Hunde (auch Leithunde) würden im Rudel in der Mitte stehen und keine grosse Verantwortung tragen. Durch einen menschlichen Umgang zwingt man Hunde in eine Führungsposition, die sie in der Natur nicht einnehmen würden, weil sie von einem souveräneren Hund daran gehindert würden, eine Position einzunehmen, die sie überfordern könnte. So wird auch sichergestellt, dass nur die stärksten und souveränsten Hunde für die Sicherheit und Fortpflanzung eines Rudels zuständig sein können. Diese würden sich auch nicht überfordern, da sie für diese Aufgabe geboren wurden (siehe Muus, Kona oder Goliath). Auch vergisst man, dass bei Reizen, die vom Menschen geschaffen wurden (z.B. Lärm), auch der wesensstärkste Hund eine vertrauensvolle, führende Menschenhand bräuchte, die ihn durch für ihn unbekannte, schwierige Situationen führen könnte, die es in der Natur nicht gäbe (Marktplatz, Bahnhof, Gondelbahn etc.). Solange man zu Hause nicht selbst den höchsten Rang beansprucht, kann der Hund einem in schwierigen Situationen aber nicht vertrauen, dies weil man die Rangordnung zu Hause bisher (unbewusster-Weise) dem Hund überlassen hatte. Menschen, die permanent angespannt, gestresst sind oder mit grösseren Ängsten durchs Leben gehen, werden i.d.R. früher krank, weil das Immunsystem ständig gestresst wird. Bei Hunden ist es genau so, wie bei den Menschen. Fehlende Ruhephasen sind mit ein Grund, warum viele Hunde nicht das normal mögliche Lebensalter erreichen können, weil sie z.B. mit 5 - 7 Jahren bereits Krebs bekommen. Bei Einzelhaltung kann krankhaftes Kontrollverhalten auch dazu führen, dass man den Hund (mit zunehmendem Alter) nicht mehr alleine lassen kann (bellen, heulen, schluchzen). Wenn ein Leithund über längere Zeit sein Umfeld kontrollieren durfte, so muss er Probleme bekommen, wenn er seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann bzw. . wenn man sich aus dem Rudel entfernt (siehe Video oben). Lässt man Hunde über Jahre Kontrollverhalten aufbauen, so verlieren sie spätestens im Erwachsenen-Alter das Interesse mehr an Artgenossen. Diese werden quasi zu Rivalen, wenn diese auch Menschen besitzen / kontrollieren möchten, die der eine Hund schon besitzt. Die Summe aller möglichen Konsequenzen von Kontrollverhalten sind für Hunde fatal und verhindern ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hund und Halter. Im Zentrum kann sehr oft sehen, wie froh Hunde sind, wenn man ihnen diese Aufgaben abnehmen kann. Wie man das selbst erreichen kann, lernt man im Prozess einer (vollumfänglichen) Wesensanalyse.

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi)
Video: Konsequenzen bei Kontrollverlust
Letzte Änderung: 22.03.2020 Copyright dog-psychology-center.ch
Unsere    Spezialgebiete: Resozialisierung von schwierigsten Hunden (inkl. Strassenhunde). Hilfe bei Dominanz, Angst, Aggression (Leinenaggression), Kontrollverhalten, Trennungsangst, Strassenhunde, Kommunikation von Hunden („hündische Sprache“) lernen, Wir   bieten: Intensiv-Training (Einzeltraining) Theorie- & Praxis-Seminare & Workshops für Hundehalter (halb-privat), Tages- & Wochenkurse bei grösseren Hundeproblemen, Intensivkurse mit Hund, Trainings-Urlaube / Ferienkurse mit Hund, Aus- & Weiterbildung Tierpsychologie für Hunde - trainer, Dogsitter, Dogwalker, Tierärzte, Hundefriseur etc. Sollte es Probleme mit der Darstellung von Text (Farben, Layout) geben, bitte SEITE NEU LADEN, allenfalls Browser-Cache löschen (unter Einstellungen, Sicherheitseinstellungen) oder verwende einen anderen Browser. NACHTMODUS AUSSCHALTEN
Fortsetzung (Teil 3/3) Fortsetzung (Teil 3/3)

Klassische

Hundeschulen

vs.

Tierpsychologie (Fortsetzung)

Das Kontrollverhalten

Nichts macht einen Leithund mächtiger als denjenigen zu kontrollieren - der sich auch noch glaubt, er sei der Chef und dabei nicht mal bemerkt, wenn man vom eigenen Hund nur vorgeführt wird und ihn dafür auch noch immer wieder bestätigt / be - lohnt… Gerade deswegen zählt das Kontrollver - halten zum grössten Übel aus tierpsycholo - gischer Sicht, denn es ist eine der Hauptursachen für all-mögliche Pro - bleme , die man aktuell haben mag oder in Zukunft noch bekommen müsste. Das Kontrollverhalten wird leider sehr oft mit “Trennungsangst“ ver - wechselt (mehr dazu später…) In Hundeschulen mit etwas Er - fahrung kann man lernen, dass es nicht gut ist, wenn man sich (zu Hause) vom Hund Schritt auf Tritt verfolgen lässt. Wir nennen es das aktives Kontrollver - halten” . Unterbindet man dieses, bei Leit - hunden (die sich eigentlich zuständig fühlen), so macht der Hund einfach etwas anderes, um seinen Rang wieder über den Halter zu stellen und interessanter-weise machen alle Hunde genau dasselbe: Schickt man seinen Hund (in dem Moment, wo man vom Hund „verfolgt“ wird) weg, so würde er sich eine zentrale Position im Raum aussuchen, wo er sich dann hinlegt. Er kontrolliert von diesem Platz aus weiter, jedoch mit dem Unterschied, dass er nicht nur eine einzelne Person, sondern das ganze Territorium und sämtliche darin befindlichen Personen und Tiere (Hunde, Katzen) überwachen kann . Wenn man genau hinschaut, kann man er - kennen, dass man vom Hund permanent mit den Augen kontrolliert wird, indem man per - manent angestarrt wird (siehe Bild oben links) - sobald man sich bewegt. Erst am späten Abend, wenn man auf der Couch sitzt und TV schaut, kann der Hund sich endlich auch entspannen (weil nichts mehr läuft). Oft legen sie sich beim Anstarren (Fixieren) so hin, dass entweder beide Pfoten ausge - streckt sind (Kopf dazwischen, flach am Boden), oder eine ausgestreckte Pfote und Kopf flach drauf-liegend. Sie stellen sicher, dass ihre Anspannungen in den Pfoten auf - recht erhalten werden (Dominanz-Geste). Wir nennen dies passives Kontrollver - halten“ . Komischerweise kann man bezüglich des passiven Kontrollverhalten in Fachliteraturen nirgends etwas finden, OBWOHL jeder Leithund dieses Verhalten bisher immer zeigte! Erkennt man dieses Verhalten nicht, oder würde man es falsch interpretieren, so wäre dies ein fataler Fehler. Sehr oft (und fälschlicherweise) wird Kontrollverhalten bzw. der daraus resultierende Kontroll - verlust als Trennungsangst interpretiert, was alles noch schlimmer macht. Gerade weil Therapie-Ansätze bei Kon - trollverhalten und Trennungsangst gegenteiliger nicht sein könnten , ist auch das Resultat einer Therapie meist ein noch ängstlicher / überforderter Hund, wenn man das Fehlverhalten bei der Diagnose falsch einschätzt und mit menschlichen An - sätzen versucht zu helfen. Solche Hunde brauchen erstmal Führung statt Zuwendung.

Wie

testet

man

passives

Kontroll

-

verhalten?

Aktives Kontrollverhalten (nachlaufen) lässt sich einfach feststellen. Beim passiven Kon - trollverhalten ist es weniger offensichtlich. Wenn man nicht sicher ist, ob ein Hund gerade kontrollierend liegt, so sollte man folgendermassen vorgehen: Gehen Sie langsam und wortlos zu Seite des Hundes und knien Sie neben dem Hund langsam nieder. Wählen Sie die Seite aus, die der Hund Ihnen anbietet, wo er sich weniger sperren müsste, wenn man ihn gänzlich auf die Seite legen möchte Fassen Sie ihn dann mit beiden Händen so an, dass Sie ihn auf die Seite legen können Achten Sie darauf, ob er sich dagegen sperrt. Sie sind dann steif ist, wie ein gefrorenes Kaninchen (total ange - spannt).Dazu fassen Sie an seine Nase und versuchen seinen Kopf etwas weiter zu senken. Bewegt sich dabei der ganze Körper, so hat man die Bestätigung, dass man vom Hund kontrolliert wird In diesem Fall dürfte es auch nicht möglich sein, dass der Hund auf der Seite liegen bleibt. Kaum entfernt man sich wieder, so müsste er sofort wieder in seine (kontrollierende) Ursprungspo - sition zurückgehen. Hunde die Verantwortung im Rudel tragen kontrollieren und beanspruchen auch das Territorium, welches Sie dann konsequent kontrollieren. Deswegen wäre es wichtig, Hunden Hund ihre Kontrollaufgaben ab - nehmen zu können. So könnte ein Leithund entspannt irgendwo herumliegen und er könnte so auch seine wichtigen Ruhephasen haben, die ihm bei Kontrollverhalten fehlen würden.

Trennungsängste

oder

Kontroll

-

verlust?

Hunde (und Tiere im Allgemeinen) kennen KEINE Emotionen wie Trennungsangst . Sie können sich für Menschen verant - wortlich fühlen (Leithunde) oder nicht (Gefolgshunde) - Punkt! Trennungsängste oder Verlustängste sind Emotionen, die man als Mensch haben mag . Sie entstehen aus bisherigen Erfah - rungen aus dem Leben und können zu all den kleinen Sorgen und/oder Ängsten führen, mit welchen Menschen durchs Leben gehen mögen... Hunde leben „im Jetzt“ und kennen Emotion wie „sich Sorgen machen“ nicht. Sie könnten sich auch keine Gedanken machen, ob sie Gefühle verletzen könnten, wie Menschen das tun würden. Im Gegensatz zu uns Menschen, nehmen Hunde jeden Tag, wie er gerade kommt . Menschen, die schon haben lernen dürfen, dem Schicksal zu vertrauen , wissen, dass alles was im Leben passiert, immer seinen Grund hat - auch wenn man ihn anfänglich nicht immer gleich erkennen kann. Oft wird man wegen einer neuen, schwierigen Situation zu einer Veränderung angetrieben, welche langfristig gesehen, einen positiven Einfluss auf das Leben haben wird. Dies aber nur, wenn man sich Herausforderungen stellt. Das Dog-Psychology-Center würde es heute auch nicht geben können, wäre ich vor über 10 Jahren nicht vom Gesetzgeber ge - zwungen worden, mein eigenes Haus zu verlassen, um meine Tätigkeit fortführen zu können. Ich fühlte mich damals nicht nur ungerecht behandelt sondern das System brachte mich in eine vorerst aussichtslose Situation - und trotzdem hat sich schlus - sendlich ein Weg finden lassen! Es war ein harter Kampf der sich sehr gelohnt hatte und ich danke an dieser Stelle all den vielen Engel, die an meiner Seite waren! So ist es nie Zufall, wenn das Schicksal einem einen schwierigen Leithund be - schert! Ein wesensstarker Leithund treibt seine Halter dazu an, sich mit der eigenen Lebensqualität zu befassen (Kopflas - tigkeit, Ungeduld, Hektik, Stress, Sorgen, Ängste, Hyperaktivität, etc.). Leithunde fördern das eigene (Selbst-)Be - wusstsein und sie zeigen einem, dass man als Mensch verlernt hat, seinem Bauch - gefühl (WIE) zu vertrauen, weil der Ver - stand (WAS) einem oft im Weg steht. Leithunde     würden     nie     auf     das     „WAS“ jemand   macht,   sondern   sie   würden   aussch - liesslich    auf    die    Energien    resp.    auf    das „WIE“ jemand etwas macht, schauen. Leithunde kommen also vor allem in unser Leben, um das eigene Bewusstsein zu wecken und um das eigene Selbstbe - wusstsein zu stärken (Energien). Sie zwingen einen, sich mit wichtigen Baustellen zu befassen, deren man sich vielleicht nicht einmal richtig bewusst war. Leithunde machen einen immer genau in dem Moment darauf aufmerksam, wo man ruhige und be - stimmte Energie verlassen würde bzw. sobald man wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen würde, die einem nicht guttun würden (wie Stress aus Unsicherheiten oder Ängsten, Kopflastigkeit, etc.). Ohne Kopflastigkeit & Co. dürfte man selbst ein viel entspannteres, glückli - cheres und v.a. sorgenfreieres Leben - ganz ohne Ängste - führen . Oft hat man sich bereits daran gewöhnt, dass solche Zu - stände zur „Normalität“ zählen. Insbesondere hochsensible Personen , die es mit Kopflastigkeit & Co. übertreiben, überfluten sich selbst ständig mit Ein - drücken, Sorgen oder Ängsten und laufen Gefahr, in ein Burnout oder gar in eine Depression zu fallen, ohne zu wissen warum! Sorgen und Ängste zu vermeiden, ist einer der wichtigsten (und schwierigsten) Punkte, um vom Hund als Führungs - person akzeptiert werden zu können . Dies, weil Unsicherheiten und Ängste zu den schwächsten Energien zählen , die es in der Natur gibt. Hunde zeigen Kontrollverhalten - nicht nur zu Hause - sondern auch auf Spazier - gängen . Mehr Infos dazu bekommt man bei der Wesensanalyse.

Warum

Hunde

Kontrollverhalten

zeigen

Um dies verständlich zu erklären müssen wir etwas ausholen… Hunde wachsen normalerweise beim Züchter in einer Wurfbox auf. Die „Hunde - mutter“ sorgt bereits in der Wurfkiste für sichere Strukturen und klare Regeln , die das Überleben von jedem ein - zelnen Welpen sicherstellen sollen. Würde z.B. ein Welpe alles wegtrinken wollen, so würde dieser von der Mutterhündin ruhig und bestimmt korrigiert, um ihm klarzu - machen, dass das so nicht geht. Würde er kurz darauf gleich wieder gegen diese Regel verstossen, so würde sie ihn - beim nächsten Mal - viel bestimmter (stärker) korrigieren müssen, um sicherzustellen, dass dieser die Korrektur auch akzeptiert. Hat man einen Hund beim Züchter bestellt, so kommt dieser mit ca. 12 Wochen in ein neues Umfeld. Vor lauter Freude am kleinen, süssen Hund, gibt man als Mensch von Anfang an vor allem Zu - wendung, anstatt für Strukturen zu sorgen und konsequente Regeln aufzu - stellen , so wie das die Mutterhündin beim Züchter gemacht hatte. Hunde wissen instinktiv, dass wenn in einem Rudel niemand die Führung übernimmt , dass es nicht überlebens - fähig sein kann . Deswegen wird der kleine Hund gleich in diese dominante Position “ge - drängt”, ohne dass man es bemerken kann. So beginnen sie, sämtliche Familienmit - glieder zu kontrollieren, indem sie ihnen nachlaufen, sie fixieren, ihnen auf die Füsse stehen oder liegen, hochstehen, ablecken, etc. Je mehr ein Hund besitzen und kontrol - lieren darf, desto höher ist seine Rang - ordnung . Der Ranghöchste eines Rudels kontrolliert sämtliche Rudelmitglieder und beansprucht alles, was sich im (von ihm beanspruchten) Territorium befindet. Leithunde bemerken rasch, wenn im neuen Umfeld dominantes (respektloses) Verhalten fälschlicherweise als „Freude“ oder „dem Hund gefällts bei uns“ interpretiert wird. So beginnen sie manipulativ zu ar - beiten und zeigen täglich die wiederho - lenden Verhaltensmuster, mit welchen sie ihre Rangordnung weiter stärken können und dafür auch noch belohnt werden . Je erwachsener Hunde werden, desto ernster nehmen sie ihre Position (Verantwortung) und treffen Entscheidungen, die zu Problemen führen müssten. Leider werden die gerade erwähnten domi - nanten, sich wiederholenden Verhal - tensmuster in Hundeschulen nicht korrekt erkannt und somit (unbewusster Weise) weiter gefördert . Solange man als Hundehalter sich vom Hund kontrollieren und besitzen lässt , können auch unsere besten Tipps und Tech - niken nicht zielführend sein. Man wird quasi zum Rudelmitglied des Hundes ( im Rang des „grossen Welpen“ …). Fühlt sich ein Leithund ranghöher, kann er in schwierigen Situationen nicht auf rangnied - rigere Rudelmitglieder hören. Sie lassen in solchen Momenten auch vom „grossen Welpen“ massregeln. Weil einem in solchen Situationen die Rangordnung fehlt, kann man vom Hund selbst massgeregelt werden (hochspringen oder schnappen). Oder könnten Sie in einer „Notsi - tuation“ auf jemanden hören, von dem Sie wissen, dass dieser zu Hause (fast) alles falsch interpretiert?

Konsequenzen für den Hund

Es wäre aus tierpsychologischer Sicht nicht einmal so schlimm, wenn Hunde Verant - wortung übernehmen und Entscheidungen treffen würden, wenn sie dabei Rücksicht auf menschliche Verhaltensregeln nehmen könnten… Hunde, die über Jahre Kontrollverhalten auf - recht erhalten haben, zahlen alle einen hohen Preis: sie werden mit der Zeit immer unsicherer . Der Grund dafür ist sehr einfach: Je höher die Rangordnung des Hundes zu Hause (eigenes Territorium), desto überforderter ist er dann mit seinem hohen Rang draussen (im fremden Terri - torien). Viele     Hunde     (auch     Leithunde) würden   im   Rudel   in   der   Mitte   stehen   und keine grosse Verantwortung tragen. Durch einen menschlichen Umgang zwingt man Hunde in eine Führungsposition, die sie in der Natur nicht einnehmen würden, weil sie von einem souveräneren Hund daran ge - hindert würden, eine Position einzunehmen, die sie überfordern könnte. So wird auch si - chergestellt, dass nur die stärksten und souveränsten Hunde für die Sicherheit und Fortpflanzung eines Rudels zu - ständig sein können . Diese würden sich auch nicht überfordern, da sie für diese Aufgabe geboren wurden (siehe Muus, Kona oder Goliath). Auch vergisst man, dass bei Reizen, die vom Menschen geschaffen wurden (z.B. Lärm), auch der wesensstärkste Hund eine ver - trauensvolle, führende Menschenhand bräuchte , die ihn durch für ihn unbe - kannte, schwierige Situationen führen könnte, die es in der Natur nicht gäbe (Marktplatz, Bahnhof, Gondelbahn etc.). Solange man zu Hause nicht selbst den höchsten Rang beansprucht, kann der Hund einem in schwierigen Situationen aber nicht vertrauen , dies weil man die Rangordnung zu Hause bisher (unbe - wusster-Weise) dem Hund überlassen hatte. Menschen, die permanent angespannt, gest - resst sind oder mit grösseren Ängsten durchs Leben gehen, werden i.d.R. früher krank, weil das Immunsystem ständig gest - resst wird. Bei Hunden ist es genau so , wie bei den Menschen. Fehlende Ruhe - phasen sind mit ein Grund, warum viele Hunde nicht das normal mögliche Le - bensalter erreichen können, weil sie z.B. mit 5 - 7 Jahren bereits Krebs bekommen. Bei Einzelhaltung kann krankhaftes Kontroll - verhalten auch dazu führen, dass man den Hund (mit zunehmendem Alter) nicht mehr alleine lassen kann (bellen, heulen, schluchzen). Wenn ein Leithund über längere Zeit sein Umfeld kontrollieren durfte, so muss er Pro - bleme bekommen, wenn er seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann bzw. . wenn man sich aus dem Rudel entfernt ( siehe Video oben). Lässt man Hunde über Jahre Kontrollver - halten aufbauen, so verlieren sie spä - testens im Erwachsenen-Alter das Interesse mehr an Artgenossen . Diese werden quasi zu Rivalen, wenn diese auch Menschen besitzen / kontrollieren möchten, die der eine Hund schon besitzt. Die Summe aller möglichen Konsequenzen von Kontrollverhalten sind für Hunde fatal und verhindern ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hund und Halter . Im Zentrum kann sehr oft sehen, wie froh Hunde sind, wenn man ihnen diese Aufgaben abnehmen kann. Wie man das selbst erreichen kann , lernt man im Prozess einer (vollumfänglichen) Wesens - analyse.

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 22.03.2020 Copyright dog-psychology-center.ch
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi)
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