Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

(Teil 2/3 - Das Kontrollverhalten bei Hunden)

Das Kontrollverhalten

Nichts macht einen Hund mächtiger, als

denjenigen zu kontrollieren, der meint er sei der

Chef (und der bemerkt nicht mal, was der Hund

macht).

Gerade deswegen ist es auch das grösste Übel

aus tierpsychologischer Sicht.

Bessere Hundeschulen lernen uns, dass der Hund uns kontrollieren will, wenn er uns zu Hause Schritt für Tritt nachläuft. Ich nenne dies das “aktive Kontrollverhalten”. Unterbindet man dieses, so macht der Hund wieder etwas anderes, um seinen Rang wieder über uns zu stellen und interessanter- weise machen alle Hunde genau dasselbe: Schicken wir unseren Hund (in dem Moment, wo er uns nachläuft) an seinen Platz, so stellen wir fest, dass uns der Hund die ganze Zeit mit den Augen anstarrt (siehe Bild oben links). Oft liegen sie dann so, dass entweder beide Pfoten ausgestreckt sind (Kopf dazwischen, flach am Boden), oder eine ausgestreckte Pfote und Kopf flach drauf-liegend (und starren uns an). Dabei sind sie ständig in angespanntem Zustand. Dies nenne ich das passive Kontrollverhalten. Komischerweise kann man diesbezüglich in der Fachliteratur nirgends etwas finden. Ja, sogar in all den 250-300 Sendungen von Cesar Millan “Der Hundeflüsterer” konnte ich dieses Verhalten nirgendwo sehen, OBWOHL mir fast jeder (”Problem-”)Hund, der zu mir zur Resozialisierung gebracht wurde, genau dieses Verhalten zeigte. Über ein Jahr lang hatte ich mich gefragt, warum die Hunde in Amerika dieses passive Kontrollverhalten nicht zeigen. Mit der Zeit durfte ich feststellen, dass je mehr die Hundehalter mit ihrem Hund jeden Tag (nach klassischer Weise) “geübt” hatten und je mehr sie in Hundeschulen waren, wo sie gelernt haben, wie man den Hund daran hindert, seine Halter als seinen Besitz zu betrachten. Es wurde mir dann rasch klar, warum fast alle Hunde in der Schweiz dieses Verhalten zeigen und diejenigen aus den USA eben nicht. Der Grund ist so einfach wie einleuchtend: In Amerika gehen die Hundehalter mit ihren Hunden in der Regel nicht in Hundeschulen - ja sie müssen sogar froh sein, wenn sie überhaupt ausgeführt werden... Die Amerikaner lassen sich also aus Sicht der Hunde besitzen. Was ein Hund schon besitzt, muss er nicht auch noch kontrollieren! Wir Schweizer lernen unseren Hunden hingegen, dass wir diejenigen sind (oder sein möchten), die das Geschehen kontrollieren und lernen in Hundeschulden, dass wir uns von unserem Hund nicht besitzen lassen dürfen. Genau deshalb fangen Hunde an diejenigen zu kontrollieren, die im Glauben sind zu führen. Nichts macht einen Hund mächtiger! Hier sehen wir wieder wie clever Hunde sind, denn sie machen immer etwas, das der Mensch noch nicht kennt. Oft machen alle das Gleiche, denn sie wählen interessanter-weise immer das Verhalten, wo sie ihre Dominanz und ihren Rang bestärken und achten dabei darauf, dass sie auch noch so Energie wenig wie möglich verschwenden :-). Machen sie den Test! Wenn sie testen möchten, ob ihr Hund das passive Kontrollverhalten aufzeigt, so gehen sie in der nächsten Situation (z.B. bei Besuch), wo ihr Hund sie wieder anstarrt wie folgt vor: sie gehen langsam und wortlos zu der (Bauch)-Seite des Hundes und knien nieder sie fassen ihn dann mit beiden Händen so an, dass sie ihn auf die Seite legen können sie werden feststellen, dass ihr Hund steif ist, wie ein gefrorenes Poulet (angespannt) sie werden es nicht schaffen, dass der Hund auf der Seite liegen bleibt. Kaum entfernen sie sich wieder, so müsste der Hund wieder in die Ursprungsposition zurückgehen Warum kontrollieren uns Hunde? Um dies verständlich zu erklären muss ich etwas ausholen. Hunde wären ja bekanntlich Rudeltiere. Heute darf man gemäss Tierschutzverordnung fast keine Tiere mehr alleine halten (Fische, Hamster, Mäuse, Vögel, etc.). Warum wir Hundehalter vom Gesetzgeber nicht dazu gezwungen werden, mindestens 2 Hunde zu halten, ist mir völlig klar: Würden Hundehalter, die heute mit ihren Hunden eher so wie mit Kindern umgehen, dazu gezwungen werden, mehr als einen Hund zu halten, so könnten wir wahrscheinlich draussen überhaupt keinen Hunden mehr begegnen, denn die Probleme würden x-fach grösser, je mehr Hunde man (im falschen Rang in einem Rudel hält). Sie würden sich mehrere Hunde dann draussen meist gegenseitig anstacheln. Hunde wachsen normalerweise in einer Wurfbox bei der Mutter (Züchter) auf. In der Wurfkiste herrschen strenge Regeln, die das Überleben von jedem Welpen sicherstellen sollen. Würde z.B. ein Welpe den anderen Welpen alles wegtrinken wollen, so würde er von seiner Mutter ruhig und bestimmt korrigiert werden, um ihm mitzuteilen, dass das nicht geht. Würde er anschliessend gleich wieder gegen diese Regel verstossen, so würde sie ihn dieses Mal viel bestimmter (stärker) korrigieren, um sicherzustellen, dass sie keine 3. Korrektur vornehmen muss. Kommen die Hunde dann bei ihren neuen Besitzern an (meist so zwischen 10-12 Wochen), so finden Hunde oft menschliche Sozialpartner vor, die zwar sehr nett sind, aber von Hundepsychologie leider wenig - bis keine - Ahnung haben. Der Hund bemerkt rasch, dass er viel Zuwendung bekommt und fast keine (konsequenten) Regeln. Hunde wissen instinktiv, dass wenn in einem Rudel niemand die Führung übernimmt, dass es nicht überlebensfähig sein wird. Deswegen wird der kleine Hund gleich in diese dominante Position “gedrängt”, ohne dass wir es wollen. Hunde wären in der Natur Rudeltiere und schon bei Geburt ist ihre Stellung/Aufgabe im Rudel vorprogrammiert. Hat es keine Artgenossen im Rudel, mit welchen sie ihre Aufgabe wahrnehmen können, so machen sie das einfach mit dem “Menschenrudel”. Wichtig ist es zu verstehen, wie Hunde in der Natur ihren Rang hochhalten. Ranghohe Rudelmitglieder beanspruchen Räume für sich. Sie beanspruchen/besitzen z.B. Futter oder Hündinnen. Räume, Gegenstände oder Personen zu besitzen bzw. sie zu kontrollieren, macht einen Hund mächtiger als andere und somit ranghöher. So zeigt mir Goliath (Funktion “Türsteher und Rausschmeisser”) immer wieder, wie er mitten in eine Tür liegt und nur noch diejenigen passieren lässt, die er will. Meist lässt er dann nur noch Leithunde mit entsprechendem Rang durch. Die mit schlechten Absichten, lässt er nicht passieren. Der Ranghöchste im Rudel trägt die Verantwortung für das Wohl und die Sicherheit - und somit für die Überlebensfähigkeit - seines Rudels. Es liegt also in der Natur der Hunde, Gegenstände oder Personen zu besitzen, bzw. sie zu kontrollieren. Das sieht man sehr ausgeprägt bei Hunden mit Herdentrieb. Sie umkreisen z.B. eine Herde Schafe um sie zusammenzuhalten und diejenigen, welche nicht gleich spuren, werden dann ins Hinterbein geklemmt. Deswegen können wir in Hundeschulen oder auch von Experten wie Cesar Millan die besten Techniken erlernen, es wird alles nichts nützen, solange wir uns vom Hund kontrollieren lassen und die Kommunikation der Hunde nicht verstehen oder falsch interpretieren(!). Dieses Kontrollverhalten macht ihn mit der Zeit so mächtig, dass er in Notsituationen nicht mehr auf uns hören kann, sondern Entscheidungen immer selbst treffen muss. Würden sie etwa in einer Notsituation auf jemanden hören, der zu Hause (fast) alles falsch macht? Es wäre aus tierpsychologischer Sicht nicht einmal so schlimm, wenn Hunde Entscheidungen immer selbst treffen müssten (auch wenn sie meist nicht so getroffen würden, wie wir es gerne hätte...), WENN dann der Hund mit der Zeit nicht immer unsicherer werden müsste. Der Grund ist sehr einfach: Je höher unser Hund zu Hause (eigenes Territorium) im Rang steigt, desto überforderter ist er dann mit seinem hohen Rang draussen (im fremden Territorium). Viele Hunde würden im Rudel in der Mitte stehen und keine Verantwortung tragen - durch unseren falschen Umgang zwingen wir unsere Hunde immer wieder in diese Führungsposition, die sie in der Natur nicht einnehmen würden. Deswegen dann auch die Überforderung, denn eigentlich sind sie ja sehr unsicher und möchten diese Aufgebe nicht übernehmen müssen. Sie müssen es tun, nur weil wir es nicht machen... Auch vergessen wir oft, dass bei Reizen die vom Menschen geschaffen wurden (z.B. Lärm), der Hund auf eine vertrauensvolle Führerhand des Menschen angewiesen wäre, die ihn durch die Reize führen kann, die es in der Natur nicht geben würde. Genau das ist dann des Hundes Problem: er kann uns in solchen Situationen nicht vertrauen, da wir den Rang dazu nicht haben, weil wir zu Hause noch zu viele Situationen falsch interpretieren und viele Fehler machen. Achten wir bei klassischer Arbeitsweise nicht auf kleinste Finessen (insbesondere Kontrollverhalten), so kann die ganze Arbeit leider rasch contra-produktiv sein... Seit 2015 biete ich Weiterbildungen für Tierärzte, prof. Hundebetreuer (Dogsitter) und Hundetrainer an, bzw. für alle diejenigen, welche die Hundewelt einmal aus einer anderen Sichtweise erleben möchten. Begeisterte Clicker-Anhänger werden sich hingegen wohl kaum zu mir verirren... Im Teil 3 geht es um folgende Themen: Hundeflüsterer menschliche Tierpsychologie (Schulmedizin) Lehre der Natur

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) weiter zu Teil 3 weiter zu Teil 3
Letzte Änderung: 17.11.2018 Copyright dog-psychology-center.ch
Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie (Teil 2/3) Das Kontrollverhalten Nichts macht einen Hund mächtiger, als denjenigen zu kontrollieren, der meint er sei der Chef (und der bemerkt nicht mal, was der Hund macht). Gerade deswegen ist es auch das grösste Übel aus tierpsychologischer Sicht. Bessere Hundeschulen lernen uns, dass der Hund uns kontrollieren will, wenn er uns zu Hause Schritt für Tritt nachläuft. Ich nenne dies das “aktive Kontrollverhalten”. Unterbindet man dieses, so macht der Hund wieder etwas anderes, um seinen Rang wieder über uns zu stellen und interessanter-weise machen alle Hunde genau dasselbe: Schicken wir unseren Hund (in dem Moment, wo er uns nachläuft) an seinen Platz, so stellen wir fest, dass uns der Hund die ganze Zeit mit den Augen anstarrt (siehe Bild oben links). Oft liegen sie dann so, dass entweder beide Pfoten ausgestreckt sind (Kopf dazwischen, flach am Boden), oder eine ausgestreckte Pfote und Kopf flach drauf-liegend (und starren uns an). Dabei sind sie ständig in angespanntem Zustand. Dies nenne ich das passive Kontrollverhalten. Komischerweise kann man diesbezüglich in der Fachliteratur nirgends etwas finden. Ja, sogar in all den 250-300 Sendungen von Cesar Millan “Der Hundeflüsterer” konnte ich dieses Verhalten nirgendwo sehen, OBWOHL mir fast jeder (”Problem-”)Hund, der zu mir zur Resozialisierung gebracht wurde, genau dieses Verhalten zeigte. Über ein Jahr lang hatte ich mich gefragt, warum die Hunde in Amerika dieses passive Kontrollverhalten nicht zeigen. Mit der Zeit durfte ich feststellen, dass je mehr die Hundehalter mit ihrem Hund jeden Tag (nach klassischer Weise) “geübt” hatten und je mehr sie in Hundeschulen waren, wo sie gelernt haben, wie man den Hund daran hindert, seine Halter als seinen Besitz zu betrachten. Es wurde mir dann rasch klar, warum fast alle Hunde in der Schweiz dieses Verhalten zeigen und diejenigen aus den USA eben nicht. Der Grund ist so einfach wie einleuchtend: In Amerika gehen die Hundehalter mit ihren Hunden in der Regel nicht in Hundeschulen - ja sie müssen sogar froh sein, wenn sie überhaupt ausgeführt werden... Die Amerikaner lassen sich also aus Sicht der Hunde besitzen. Was ein Hund schon besitzt, muss er nicht auch noch kontrollieren! Wir Schweizer lernen unseren Hunden hingegen, dass wir diejenigen sind (oder sein möchten), die das Geschehen kontrollieren und lernen in Hundeschulden, dass wir uns von unserem Hund nicht besitzen lassen dürfen. Genau deshalb fangen Hunde an diejenigen zu kontrollieren, die im Glauben sind zu führen. Nichts macht einen Hund mächtiger! Hier sehen wir wieder wie clever Hunde sind, denn sie machen immer etwas, das der Mensch noch nicht kennt. Oft machen alle das Gleiche, denn sie wählen interessanter-weise immer das Verhalten, wo sie ihre Dominanz und ihren Rang bestärken und achten dabei darauf, dass sie auch noch so Energie wenig wie möglich verschwenden :-). Machen sie den Test! Wenn sie testen möchten, ob ihr Hund das passive Kontrollverhalten aufzeigt, so gehen sie in der nächsten Situation (z.B. bei Besuch), wo ihr Hund sie wieder anstarrt wie folgt vor: sie gehen langsam und wortlos zu der (Bauch-)Seite des Hundes und knien nieder sie fassen ihn dann mit beiden Händen so an, dass sie ihn auf die Seite legen können sie werden feststellen, dass ihr Hund steif ist, wie ein gefrorenes Poulet (angespannt) sie werden es nicht schaffen, dass der Hund auf der Seite liegen bleibt. Kaum entfernen sie sich wieder, so müsste der Hund wieder in die Ursprungsposition zurückgehen Warum kontrollieren uns Hunde? Um dies verständlich zu erklären muss ich etwas ausholen. Hunde wären ja bekanntlich Rudeltiere. Heute darf man gemäss Tierschutzverordnung fast keine Tiere mehr alleine halten (Fische, Hamster, Mäuse, Vögel, etc.). Warum wir Hundehalter vom Gesetzgeber nicht dazu gezwungen werden, mindestens 2 Hunde zu halten, ist mir völlig klar: Würden Hundehalter, die heute mit ihren Hunden eher so wie mit Kindern umgehen, dazu gezwungen werden, mehr als einen Hund zu halten, so könnten wir wahrscheinlich draussen überhaupt keinen Hunden mehr begegnen, denn die Probleme würden x-fach grösser, je mehr Hunde man (im falschen Rang in einem Rudel hält). Sie würden sich mehrere Hunde dann draussen meist gegenseitig anstacheln. Hunde wachsen normalerweise in einer Wurfbox bei der Mutter (Züchter) auf. In der Wurfkiste herrschen strenge Regeln, die das Überleben von jedem Welpen sicherstellen sollen. Würde z.B. ein Welpe den anderen Welpen alles wegtrinken wollen, so würde er von seiner Mutter ruhig und bestimmt korrigiert werden, um ihm mitzuteilen, dass das nicht geht. Würde er anschliessend gleich wieder gegen diese Regel verstossen, so würde sie ihn dieses Mal viel bestimmter (stärker) korrigieren, um sicherzustellen, dass sie keine 3. Korrektur vornehmen muss. Kommen die Hunde dann bei ihren neuen Besitzern an (meist so zwischen 10-12 Wochen), so finden Hunde oft menschliche Sozialpartner vor, die zwar sehr nett sind, aber von Hundepsychologie leider wenig - bis keine - Ahnung haben. Der Hund bemerkt rasch, dass er viel Zuwendung bekommt und fast keine (konsequenten) Regeln. Hunde wissen instinktiv, dass wenn in einem Rudel niemand die Führung übernimmt, dass es nicht überlebensfähig sein wird. Deswegen wird der kleine Hund gleich in diese dominante Position “gedrängt”, ohne dass wir es wollen. Hunde wären in der Natur Rudeltiere und schon bei Geburt ist ihre Stellung/Aufgabe im Rudel vorprogrammiert. Hat es keine Artgenossen im Rudel, mit welchen sie ihre Aufgabe wahrnehmen können, so machen sie das einfach mit dem “Menschenrudel”. Wichtig ist es zu verstehen, wie Hunde in der Natur ihren Rang hochhalten. Ranghohe Rudelmitglieder beanspruchen Räume für sich. Sie beanspruchen/besitzen z.B. Futter oder Hündinnen. Räume, Gegenstände oder Personen zu besitzen bzw. sie zu kontrollieren, macht einen Hund mächtiger als andere und somit ranghöher. So zeigt mir Goliath (Funktion “Türsteher und Rausschmeisser”) immer wieder, wie er mitten in eine Tür liegt und nur noch diejenigen passieren lässt, die er will. Meist lässt er dann nur noch Leithunde mit entsprechendem Rang durch. Die mit schlechten Absichten, lässt er nicht passieren. Der Ranghöchste im Rudel trägt die Verantwortung für das Wohl und die Sicherheit - und somit für die Überlebensfähigkeit - seines Rudels. Es liegt also in der Natur der Hunde, Gegenstände oder Personen zu besitzen, bzw. sie zu kontrollieren. Das sieht man sehr ausgeprägt bei Hunden mit Herdentrieb. Sie umkreisen z.B. eine Herde Schafe um sie zusammenzuhalten und diejenigen, welche nicht gleich spuren, werden dann ins Hinterbein geklemmt. Deswegen können wir in Hundeschulen oder auch von Experten wie Cesar Millan die besten Techniken erlernen, es wird alles nichts nützen, solange wir uns vom Hund kontrollieren lassen und die Kommunikation der Hunde nicht verstehen oder falsch interpretieren(!). Dieses Kontrollverhalten macht ihn mit der Zeit so mächtig, dass er in Notsituationen nicht mehr auf uns hören kann, sondern Entscheidungen immer selbst treffen muss. Würden sie etwa in einer Notsituation auf jemanden hören, der zu Hause (fast) alles falsch macht? Es wäre aus tierpsychologischer Sicht nicht einmal so schlimm, wenn Hunde Entscheidungen immer selbst treffen müssten (auch wenn sie meist nicht so getroffen würden, wie wir es gerne hätte...), WENN dann der Hund mit der Zeit nicht immer unsicherer werden müsste. Der Grund ist sehr einfach: Je höher unser Hund zu Hause (eigenes Territorium) im Rang steigt, desto überforderter ist er dann mit seinem hohen Rang draussen (im fremden Territorium). Viele Hunde würden im Rudel in der Mitte stehen und keine Verantwortung tragen - durch unseren falschen Umgang zwingen wir unsere Hunde immer wieder in diese Führungsposition, die sie in der Natur nicht einnehmen würden. Deswegen dann auch die Überforderung, denn eigentlich sind sie ja sehr unsicher und möchten diese Aufgebe nicht übernehmen müssen. Sie müssen es tun, nur weil wir es nicht machen... Auch vergessen wir oft, dass bei Reizen die vom Menschen geschaffen wurden (z.B. Lärm), der Hund auf eine vertrauensvolle Führerhand des Menschen angewiesen wäre, die ihn durch die Reize führen kann, die es in der Natur nicht geben würde. Genau das ist dann des Hundes Problem: er kann uns in solchen Situationen nicht vertrauen, da wir den Rang dazu nicht haben, weil wir zu Hause noch zu viele Situationen falsch interpretieren und viele Fehler machen. Achten wir bei klassischer Arbeitsweise nicht auf kleinste Finessen (insbesondere Kontrollverhalten), so kann die ganze Arbeit leider rasch contra- produktiv sein... Seit 2015 biete ich Weiterbildungen für Tierärzte, prof. Hundebetreuer (Dogsitter) und Hundetrainer an, bzw. für alle diejenigen, welche die Hundewelt einmal aus einer anderen Sichtweise erleben möchten. Begeisterte Clicker-Anhänger werden sich hingegen wohl kaum zu mir verirren... Im Teil 3 geht es um folgende Themen: Hundeflüsterer menschliche Tierpsychologie (Schulmedizin) Lehre der Natur

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 17.11.2018 Copyright dog-psychology-center.ch
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) weiter zu Teil 3 weiter zu Teil 3

Klassische Hundeschulen vs.

Tierpsychologie (Teil 2/3)

Das Kontrollverhalten Nichts macht einen Hund mächtiger, als denjenigen zu kontrollieren, der meint er sei der Chef (und der bemerkt nicht mal, was der Hund macht). Gerade deswegen ist es auch das grösste Übel aus tierpsychologischer Sicht. Bessere Hundeschulen lernen uns, dass der Hund uns kontrollieren will, wenn er uns zu Hause Schritt für Tritt nachläuft. Ich nenne dies das “aktive Kontrollverhalten”. Unterbindet man dieses, so macht der Hund wieder etwas anderes, um seinen Rang wieder über uns zu stellen und interessanter- weise machen alle Hunde genau dasselbe: Schicken wir unseren Hund (in dem Moment, wo er uns nachläuft) an seinen Platz, so stellen wir fest, dass uns der Hund die ganze Zeit mit den Augen anstarrt (siehe Bild oben links). Oft liegen sie dann so, dass entweder beide Pfoten ausgestreckt sind (Kopf dazwischen, flach am Boden), oder eine ausgestreckte Pfote und Kopf flach drauf-liegend (und starren uns an). Dabei sind sie ständig in angespanntem Zustand. Dies nenne ich das passive Kontrollverhalten. Komischerweise kann man diesbezüglich in der Fachliteratur nirgends etwas finden. Ja, sogar in all den 250-300 Sendungen von Cesar Millan “Der Hundeflüsterer” konnte ich dieses Verhalten nirgendwo sehen, OBWOHL mir fast jeder (”Problem- ”)Hund, der zu mir zur Resozialisierung gebracht wurde, genau dieses Verhalten zeigte. Über ein Jahr lang hatte ich mich gefragt, warum die Hunde in Amerika dieses passive Kontrollverhalten nicht zeigen. Mit der Zeit durfte ich feststellen, dass je mehr die Hundehalter mit ihrem Hund jeden Tag (nach klassischer Weise) “geübt” hatten und je mehr sie in Hundeschulen waren, wo sie gelernt haben, wie man den Hund daran hindert, seine Halter als seinen Besitz zu betrachten. Es wurde mir dann rasch klar, warum fast alle Hunde in der Schweiz dieses Verhalten zeigen und diejenigen aus den USA eben nicht. Der Grund ist so einfach wie einleuchtend: In Amerika gehen die Hundehalter mit ihren Hunden in der Regel nicht in Hundeschulen - ja sie müssen sogar froh sein, wenn sie überhaupt ausgeführt werden... Die Amerikaner lassen sich also aus Sicht der Hunde besitzen. Was ein Hund schon besitzt, muss er nicht auch noch kontrollieren! Wir Schweizer lernen unseren Hunden hingegen, dass wir diejenigen sind (oder sein möchten), die das Geschehen kontrollieren und lernen in Hundeschulden, dass wir uns von unserem Hund nicht besitzen lassen dürfen. Genau deshalb fangen Hunde an diejenigen zu kontrollieren, die im Glauben sind zu führen. Nichts macht einen Hund mächtiger! Hier sehen wir wieder wie clever Hunde sind, denn sie machen immer etwas, das der Mensch noch nicht kennt. Oft machen alle das Gleiche, denn sie wählen interessanter-weise immer das Verhalten, wo sie ihre Dominanz und ihren Rang bestärken und achten dabei darauf, dass sie auch noch so Energie wenig wie möglich verschwenden :-). Machen sie den Test! Wenn sie testen möchten, ob ihr Hund das passive Kontrollverhalten aufzeigt, so gehen sie in der nächsten Situation (z.B. bei Besuch), wo ihr Hund sie wieder anstarrt wie folgt vor: sie gehen langsam und wortlos zu der (Bauch)- Seite des Hundes und knien nieder sie fassen ihn dann mit beiden Händen so an, dass sie ihn auf die Seite legen können sie werden feststellen, dass ihr Hund steif ist, wie ein gefrorenes Poulet (angespannt) sie werden es nicht schaffen, dass der Hund auf der Seite liegen bleibt. Kaum entfernen sie sich wieder, so müsste der Hund wieder in die Ursprungsposition zurückgehen Warum kontrollieren uns Hunde? Um dies verständlich zu erklären muss ich etwas ausholen. Hunde wären ja bekanntlich Rudeltiere. Heute darf man gemäss Tierschutzverordnung fast keine Tiere mehr alleine halten (Fische, Hamster, Mäuse, Vögel, etc.). Warum wir Hundehalter vom Gesetzgeber nicht dazu gezwungen werden, mindestens 2 Hunde zu halten, ist mir völlig klar: Würden Hundehalter, die heute mit ihren Hunden eher so wie mit Kindern umgehen, dazu gezwungen werden, mehr als einen Hund zu halten, so könnten wir wahrscheinlich draussen überhaupt keinen Hunden mehr begegnen, denn die Probleme würden x-fach grösser, je mehr Hunde man (im falschen Rang in einem Rudel hält). Sie würden sich mehrere Hunde dann draussen meist gegenseitig anstacheln. Hunde wachsen normalerweise in einer Wurfbox bei der Mutter (Züchter) auf. In der Wurfkiste herrschen strenge Regeln, die das Überleben von jedem Welpen sicherstellen sollen. Würde z.B. ein Welpe den anderen Welpen alles wegtrinken wollen, so würde er von seiner Mutter ruhig und bestimmt korrigiert werden, um ihm mitzuteilen, dass das nicht geht. Würde er anschliessend gleich wieder gegen diese Regel verstossen, so würde sie ihn dieses Mal viel bestimmter (stärker) korrigieren, um sicherzustellen, dass sie keine 3. Korrektur vornehmen muss. Kommen die Hunde dann bei ihren neuen Besitzern an (meist so zwischen 10-12 Wochen), so finden Hunde oft menschliche Sozialpartner vor, die zwar sehr nett sind, aber von Hundepsychologie leider wenig - bis keine - Ahnung haben. Der Hund bemerkt rasch, dass er viel Zuwendung bekommt und fast keine (konsequenten) Regeln. Hunde wissen instinktiv, dass wenn in einem Rudel niemand die Führung übernimmt, dass es nicht überlebensfähig sein wird. Deswegen wird der kleine Hund gleich in diese dominante Position “gedrängt”, ohne dass wir es wollen. Hunde wären in der Natur Rudeltiere und schon bei Geburt ist ihre Stellung/Aufgabe im Rudel vorprogrammiert. Hat es keine Artgenossen im Rudel, mit welchen sie ihre Aufgabe wahrnehmen können, so machen sie das einfach mit dem “Menschenrudel”. Wichtig ist es zu verstehen, wie Hunde in der Natur ihren Rang hochhalten. Ranghohe Rudelmitglieder beanspruchen Räume für sich. Sie beanspruchen/besitzen z.B. Futter oder Hündinnen. Räume, Gegenstände oder Personen zu besitzen bzw. sie zu kontrollieren, macht einen Hund mächtiger als andere und somit ranghöher. So zeigt mir Goliath (Funktion “Türsteher und Rausschmeisser”) immer wieder, wie er mitten in eine Tür liegt und nur noch diejenigen passieren lässt, die er will. Meist lässt er dann nur noch Leithunde mit entsprechendem Rang durch. Die mit schlechten Absichten, lässt er nicht passieren. Der Ranghöchste im Rudel trägt die Verantwortung für das Wohl und die Sicherheit - und somit für die Überlebensfähigkeit - seines Rudels. Es liegt also in der Natur der Hunde, Gegenstände oder Personen zu besitzen, bzw. sie zu kontrollieren. Das sieht man sehr ausgeprägt bei Hunden mit Herdentrieb. Sie umkreisen z.B. eine Herde Schafe um sie zusammenzuhalten und diejenigen, welche nicht gleich spuren, werden dann ins Hinterbein geklemmt. Deswegen können wir in Hundeschulen oder auch von Experten wie Cesar Millan die besten Techniken erlernen, es wird alles nichts nützen, solange wir uns vom Hund kontrollieren lassen und die Kommunikation der Hunde nicht verstehen oder falsch interpretieren(!). Dieses Kontrollverhalten macht ihn mit der Zeit so mächtig, dass er in Notsituationen nicht mehr auf uns hören kann, sondern Entscheidungen immer selbst treffen muss. Würden sie etwa in einer Notsituation auf jemanden hören, der zu Hause (fast) alles falsch macht? Es wäre aus tierpsychologischer Sicht nicht einmal so schlimm, wenn Hunde Entscheidungen immer selbst treffen müssten (auch wenn sie meist nicht so getroffen würden, wie wir es gerne hätte...), WENN dann der Hund mit der Zeit nicht immer unsicherer werden müsste. Der Grund ist sehr einfach: Je höher unser Hund zu Hause (eigenes Territorium) im Rang steigt, desto überforderter ist er dann mit seinem hohen Rang draussen (im fremden Territorium). Viele Hunde würden im Rudel in der Mitte stehen und keine Verantwortung tragen - durch unseren falschen Umgang zwingen wir unsere Hunde immer wieder in diese Führungsposition, die sie in der Natur nicht einnehmen würden. Deswegen dann auch die Überforderung, denn eigentlich sind sie ja sehr unsicher und möchten diese Aufgebe nicht übernehmen müssen. Sie müssen es tun, nur weil wir es nicht machen... Auch vergessen wir oft, dass bei Reizen die vom Menschen geschaffen wurden (z.B. Lärm), der Hund auf eine vertrauensvolle Führerhand des Menschen angewiesen wäre, die ihn durch die Reize führen kann, die es in der Natur nicht geben würde. Genau das ist dann des Hundes Problem: er kann uns in solchen Situationen nicht vertrauen, da wir den Rang dazu nicht haben, weil wir zu Hause noch zu viele Situationen falsch interpretieren und viele Fehler machen. Achten wir bei klassischer Arbeitsweise nicht auf kleinste Finessen (insbesondere Kontrollverhalten), so kann die ganze Arbeit leider rasch contra-produktiv sein... Seit 2015 biete ich Weiterbildungen für Tierärzte, prof. Hundebetreuer (Dogsitter) und Hundetrainer an, bzw. für alle diejenigen, welche die Hundewelt einmal aus einer anderen Sichtweise erleben möchten. Begeisterte Clicker-Anhänger werden sich hingegen wohl kaum zu mir verirren... Im Teil 3 geht es um folgende Themen: Hundeflüsterer menschliche Tierpsychologie (Schulmedizin) Lehre der Natur

Klassische Hundeschulen vs. Tierpsychologie

Letzte Änderung: 17.11.2018 Copyright dog-psychology-center.ch
Kiro - Labi von meiner Mutter geerbt Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) Leithunde - Führung ist ALLES :-) Goliath (Alaskan Malamute) Zentralhunde unter sich... Cusco (Border), Bandit (Rumänen-Mix) und Malin (Rumänen-Mix) jähriger dt. Schäfer-Mix - Jack(y) Kona (Mali), Easy (Goldi), Chefmuus (Labi) weiter zu Teil 3 weiter zu Teil 3