„Vorprogrammierte“ Hundeprobleme

Geht man mit Leithunden nicht artgerecht um (Vermenschlichung), so ist es so sicher, wie das „Amen in der Kirche“, dass Hunde draussen Probleme bekommen müssen, was irgend - wann zu Beissereien führen muss (mit allmöglichen Konsequenzen für die Hundehalter, welche man sich gerne sparen würde). Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas pas - sieren muss… (ab dem Erwachsenenalter nehmen Leithunde ihre Verantwortung sehr ernst). Seit kurzem haben wir die technische Möglichkeit bekommen, Hundeprobleme auszuwerten und grafisch darzustellen. Die Datenquelle stammt aus unseren eigenen Wesensanalysen von Kundenhunden.

1. Die ersten Anzeichen von Problemen waren schon in sehr frühem Alter erkennbar

47% zeigten Verhaltensauffälligkeiten VOR dem Erreichen des 1. Lebensjahres… Oft wurde man in Hundeschulen schon in der Welpenspielstunde oder spätestens im Jung - hundekurs vom Gruppentraining ausgeschlossen und zum Privat-Training „verknurrt“, bis man feststellen musste, dass Trainer auf klassischer Konditionierung mit dem eigenen Hund überfordert waren. Aufgrund des Alters kann der Hundetyp schon ziemlich genau abgeleitet werden: bis 6 Monate (18%) = wesensstärkste ZENTRALE Leithunde 6-12 Monate (29%) = weniger wesensstarke, ZENTRALE Leithunde 1-2 jährig (27%) = wesensstarke, „normale“ Leithunde (vorderer/hinterer) 2-3 jährig (11%) = weniger wesensstarke, „normale“ Leithunde Leithunde fühlen sich schon als Welpe für „ihr Rudel“ verantwortlich. Lernt man nicht, wie man ihnen den „Lead“ abnehmen kann, so sind die Probleme draussen vorprogrammiert (aus Überforderung in stressigen (Angst-Aggression) oder unbekannten Situationen (Unsi - cherheiten). Tipps aus Hundeschule sind i.d.R. immer KONTRAPRODUKTIV, Selbstverständlich spielt auch die Wohnsituation eine grosse Rolle . Es ist ein grosser Unterschied, ob man auf dem ruhigen Land mit wenigen Reizen - oder in einer hektischen Stadt lebt. So kann ein wesensstarker, zentraler Leithund auf dem Land auch erst ab 1-2 jährig grössere Probleme zeigen. Dabei sprechen wir von Hundeproblemen aus menschlicher Sicht. Aus hündischer Sicht haben Hunde aber oft schon viel früher Probleme - insbesondere kleine Hunde, die man bei Problemen einfach in die Tasche steckt.

2. Artgerechte Haltung von Leithunden

Das Halten von zentralen Leithunden in Städten, kann für diesen Hundetyp leider NICHT ARTGERECHT sein (Hochsensibilität)! Ein Leithund würde sich einen Garten mit Rasen UND auch einen Artgenossen wünschen. Die Realität sieht leider oft anders aus und die Probleme sind somit vorprogrammiert. Fehlt einem Leithund der (passende) Artgenosse, so beginnt er Menschen zu kontrollieren, was zu den Problemen führen muss (draussen), die man aktuell haben mag.

3. Züchter kein Garant für die passende Auswahl

Holt man sich einen Hund aus einem Tierheim oder aus einem SOS-Shelter aus dem Ausland, so kann man schon mal davon ausgehen, dass es sich um einen Leithund handeln muss. Bei Hunden aus Tötungsstationen aus dem Ausland, handelt es sich in der Regel um die wesensstärksten (zentralen) Leithunde, denn nur die Stärksten überleben in so schlimmen Umgebungen. Deswegen sollten solche Hunde nicht in städtische Verhältnisse und v.a. nicht in Familien mit Kindern vermittelt werden. Die folgende Statistik zeigt auch, dass wenn man sich für einen Zuchthund mit Papieren entscheidet, man i.d.R. keine Garantie hat, dass man den passenden Hund (für seine Wohnsituation) bekommt. Oft wird aus dem Bauchgefühl entschieden, man begeistert sich für den Hund, der als erster zu einem kommt, „Freude“ zeigt, etc. Auch wenn es nur ganz wenige Züchter gibt, die fähig wären, den Hundetyp der Welpen korrekt einzuschätzen, habe ich das Gefühl bekommen, dass es vielen Züchtern hauptsäch - lich darum geht, dass jeder Welpe einen Platz findet. Diejenigen, welche innerhalb nur wenigen Monaten wieder dem Züchter zurückgegeben werden, wurden sehr oft weder rich - tig eingeschätzt, noch an den passenden Platz vermittelt. Dies sind i.d.R. alles Leithunde. Obwohl 48% aller Hundehalter sich einem professionellen Züchter anvertraut hatten, beka - men sie einen Leithund. I.d.R. bekommt man vom Züchter einen Hund 1. Hand. Alle anderen Institution vermitteln Hunde jeweils 2., 3. oder gar 4. Hand. Auch sind einige Tipps, die man beim Abholen des Hundes bekommt, bei Leithun - den immer kontraproduktiv, diejenigen von SOS-Organisationen gar fatal (Geschirr, Handfütterung, etc.). Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der fressen kann, wenn er extrem verunsichert ist und auch noch keinen, der den anderen „gebeten“ hat zu fressen. Solche Hunde möchten verstanden werden und nur durch einen „hündischen Umgang“, kann man ihnen Strukturen und Sicherheit bieten. Dann können sie auch wieder normal trinken und fressen.

4. Vom System / Hundeschulen im Stich gelassen

92% aller Kunden waren mit ihren Hunden in mindestens einer Hundeschule… Auch wenn man sich mit einem Leithund verantwortungsbewusst an Hundeschulen wendet, ist auch hier die Enttäuschung vorprogrammiert. Leithunde gehören zu den „schlausten“ Hunden und führen jeden Trainer an seiner Nase herum (Fuck-You Pfote, fordernde Blicke um belohnt zu werden, etc.) Man macht dabei den Hund nicht nur noch stärker, sondern man verliert auch wichtige Zeit. Ist er mal „erwachsen“, wird es sehr schwierig, einen wesensstarken / hochsensiblen Hund wieder „umzudrehen“ (Rangordnung)… Diejenigen, welche noch keine Hundeschule besucht hatten, haben den Hund i.d.R. erst gerade frisch übernommen (2. oder 3. Hand). 5. Setzt man folgende Tipps aus Hundeschulen um, sind Probleme vorprogrammiert Alle Hundehalter hatten den Tipps aus Hundeschulen vertraut. Je mehr diese aber umge - setzt wurden und je mehr „geübt“ wurde, desto grösser wurden die Probleme bei Begegnungen. 1 . Gschtältli (Geschirr) Dieses Hilfsmittel wurde ursprünglich ZUM ZIEHEN entwickelt (Schlittenhunde). Auf - grund der grossen Vermenschlichung von Hunden, aus Ängsten, dass man mit einem Halsband einem Hund den Kehlkopf oder Halswirbel verletzen kann oder aus Angst, dass er aus dem Halsband entweichen könnte, werden Geschirre immer mehr empfoh - len - was der grösste menschliche Trugschluss bei Leithunden ist. Benutzt man ein Halsband, so wird man schon fast als „Tierquäler“ betrachtet. Leithunde erwarten einen Umgang über Körpersprache und Berührungen, so wie es in ihrer Natur (unter Hunden) üblich ist. Es geht um Raum beanspruchen und nicht um Fusslaufen. Bei Verwendung eines Geschirrs (mit Befestigung oben am Rücken), überlässt man die Führung dem Hund. Er läuft immer vor den Haltern und/oder die Leine ist immer auf Zug. Leithunde die die Nase vorne haben, fühlen sich für das was nachläuft verant - wortlich. Es genügt ihnen, die Nase 1-2 cm vor dem Knie des Halters zu haben, um bei der nächsten Begegnung wieder Entscheidungen zu treffen. Verhindert man, dass ein Leithund nicht mehr vor einem laufen darf, so beansprucht der Hund (durch permanentes Bodenabschnuppern) anstelle das ganze Territorium, in dem man als Hundeführer läuft. Schaut man auf das „Wie“ der Hund den Boden ab - schnuppert, so kann man rasch darauf kommen, dass es nicht das „Zeitungslesen“ sein kann, was oft als Erklärung aus Hundeschulen kommt, wenn man nachfragt. Bei Problembegegnungen hat man dann wegen dem Geschirr fast keinen Einfluss mehr auf den Hund. Man kann ihn etweder hochheben, oder auf den Boden drücken, was nicht zielführend sein kann. Bei uns kann man lernen, wie man den Hund über Körpersprache (OHNE ständiges Zupfen an der Leine) erreichen kann, um ihm die Verantwortung abnehmen zu können. 2 . Auszugsleine (Flexileine) Diese mag zwar für Halter praktisch wirken, führt aber auch dazu, dass der Hund im - mer vor uns und immer auf Zug läuft - mit den soeben beschriebenen Nebenwirkun - gen. Wenn man also alles so falsch wie möglich machen möchte, so benutzt man Geschirr zusammen mit Auszugsleine… Bei grossen, schweren Hunden ist der Einsatz von Auszugsleinen sehr gefähr - lich! Es haben sich schon einige Kunden schwer an der Hand verletzt. Mit viel Pech kann man sich sogar Finger abtrennen… 3 . Hohe Stimme, sich „interessant“ machen, Guddeli-Konditionierung etc. Solche menschlichen Theorien sind äusserst kontraproduktiv bei Leithunden, dies weil sie nicht nur unnatürlich sind, sondern v.a., weil man nur auf das „Was“ schaut, was ein Hund macht und nicht auf das „Wie“, wie ein Hund etwas macht. So werden Hunde oft für respektloses, dominant-forderndes Verhalten belohnt. Als bestes Beispiel dient der Einsatz von „Clicker“. 4 . Beschäftigung Egal welche Beschäftigung man mit einem Leithund macht, sollte man darauf achten, dass der Mensch und nicht der Hund das „Spiel“ oder die Übung kontrolliert. Bei über 95% aller Beschäftigungsarten ist jedoch der Hund immer im bestimmenden Modus. Folgt man Aufforderungen von Leithunden, so bestätigt man dominantes Ver - halten, was dazu führt, dass der Hund nicht nur immer ausdauernder, sondern auch immer dominanter wird, je mehr man den Hund beschäftigt. Bei uns kann man lernen, wie man seinem Hund eine der artgerechtesten Be - schäftigungen bieten kann, bei welcher dafür gesorgt wird, dass nicht für Aufregung, sondern für ruhiges Verhalten belohnt wird. 5 . Futterkonditionierung (Sitz, Platz, warten, Clicker-Training, etc.) Wie manipulativ Leithunde arbeiten, kann man bei Futterkonditionierung erkennen. Wir verweisen auf den Beitrag „Sitz gegen Belohnung“ in unserem Beitrag Hündi - sche Missverständnisse “. 6 . Clicker-Training Leithunde lassen sich nicht für dumm verkaufen, da sie unsere Absichten (Gedanken) lesen können. In der Theorie möchte man dem Hund lernen, dass er belohnt wird, wenn er nach ei - nem Click, seinen Halter anschaut. Leider achtet sich aber niemand, WIE ein Hund seinen Halter anschaut. Hunde können ihre Halter entweder respektvoll (fragend) oder dominant-fordernd (respekt - los) anschauen. Sind Augen dominant-fordernd, so kann man das an den schwarzen Pupillen sehen. Die Anspannungen im fordernden Blick lassen keinen Platz für weisse Augenringe um die Pupillen, die man bei einem respektvollen, sich am Halter orientierenden Blick sehen könnte. Sie dürfen gerne all ihre Fotos überprüfen - ein Leithund kann „seinem grossen Welpen“ nie einen fragenden Blick schenken, wenn dieser etwas von ihm will, bzw. bestimmen möchte. Sie werden auf keinem Foto weisse Augenringe sehen dürfen und dies schon ab Junghundealter. Was ein Leithund aus Clicker-Training macht: Wie bei allen menschlichen Techniken, dreht ein Leithund den Spiess bei der Übung ein - fach um. Da Leithunde unsere Absichten (Energien / Gedanken) im Jetzt lesen können, verste - hen sie rasch, was der Halter will. Bei Leithunden genügt es 2-3 Versuche und schon macht der Hund diese Übung prima - gerade weil er dabei jedes mal wieder Punkte auf sein Konto verbuchen darf. Clicker ist das Lieblingsspiel eines jeden Leithundes! Er weiss, dass sobald es clickt, er jedes Mal belohnt wird - er braucht seinen Halter (grossen Welpen) bloss anzuschauen und schon reagiert dieser, ohne darauf zu schauen, WIE der Hund seinen Halter an - schaut. Man belohnt so also mit jedem Click i.d.R. immer einen dominant-fordernden Blick und ist schlussendlich erstaunt, dass der Hund (ausserhalb des Hundeplatzes) immer domi - nanter wird. Der Hund gibt „seinem grossen Welpen“ quasi den Befehl: Es hat geclickt, gib mir ein Leckerli - und dieser führt den Befehl des Hundes auch immer sofort und schön brav aus… So macht man seinen Hund mit jeder Übung immer ranghöher! Macht mal folgenden Test: Clickt und gebt dem Hund einfach mal nichts und schaut mal, wie er dann reagiert… Ein Leithund müsste Sie anstupsen, anbellen oder gar anspringen (Massregelung / Auffor - derung zum „Welpengehorsam“) 7 . Fütterung aus dem Napf Auch hier lernt man nicht, dass es wichtig wäre, dass der Hund entspannt ist und sei - nem Halter einen respektvollen, fragenden Blick schenken sollte, bevor er mit (viel) Futter belohnt wird. So wird das Fressen i.d.R. immer freigegeben, obwohl der Hund angespannte, fordernde und dominante Energie zeigt. Deswegen fressen Leithunde mit der Zeit auch immer gieriger… 6. 100% aller Kundenhunde zeigen Kontrollverhalten Der menschliche Umgang, den man in Hundeschulen lernt, führt bei Leithunden immer dazu, dass sie mit der Zeit starkes Kontrollverhalten zeigen müssen. Sobald man sich zu Hause vom Hund kontrollieren lässt, kann sich dieser draussen (z.B. bei schwierigen Be - gegnungen) nicht mehr am Menschen orientieren. Das Kontrollverhalten ist das grösste tierpsychologische Übel für Leithunde welches draussen dazu führt, dass der Hund sehr oft überfordert ist (Unsicherheiten / Angst oder (Angst-)Aggression). Alle Leithunde zeigen Kontrollverhalten Auch wenn Hundehalter zum Zeitpunkt der Datenerfassung das aktive (5%) und passive (15%) Kontrollverhalten noch nicht richtig erkennen konnten, wurde (nach der Bespre - chung der Analyse) allen klar, dass auch sie von ihrem Hund kontrolliert werden - ausser wenn alles schläft… Das Tragische an dieser Statistik ist, dass 22-37% aller Hunde mit Kontrollverhalten, nicht mehr alleine zu Hause gelassen werden können (>22%) und immer überall hin mitgenom - men werden müssen, was das Kontrollverhalten immer schlimmer werden lässt… In Hundeschulen wird das Kontrollverhalten nicht richtig erkannt und gerne mit Trennungsangst verwechselt. Dies weil dieses Thema in den klassischen Ausbildungen nicht einmal angesprochen wird - weil anscheinend noch immer unbekannt… Gerade weil diese beiden Fehlverhalten gegenteilig therapiert werden sollten, führt es bei Verwechslung immer zu noch anhänglicheren Hunden (zu Hause, im sicheren Territorium) und zu immer unsicherer werdenden Hunden, jedes Mal, wenn sie raus müssen (draussen, im fremden Territorium). Eine Diagnose nach menschlichen Überlegungen ist für solche Hunde aus tierpsychologi - scher Sicht FATAL! Mehr zu diesem Thema kann man in unserem separaten Bericht über aktives und passives Kontrollverhalten nachlesen. 7. Ändert der Mensch seinen Umgang mit dem Hund, so kann auch der Hund sein Ver - halten sehr rasch ändern! Es ist relativ einfach zu sagen, was falsch ist - viel schwieriger ist es aufzeigen zu können, wie man es richtiger oder besser macht. Dies lässt aber keinen Platz für menschliche An - sichten zu, sondern man muss lernen, wie Leithunde funktionieren und akzeptieren können, dass diese einen ganz anderen Ansatz im Umgang erwarten, als 85% aller Hunde (Gefolgshunde). Dank unserer Wesensanalyse werden unsere Kunden in einen Prozess geschickt, in welchen sie zum 1. Mal lernen dürfen, auf die wichtigen - sich stets wiederholenden - Verhaltens - muster zu achten - zu verstehen was sie bedeuten und wie man sie unterbinden kann. Setzen Kunden unsere Tipps geduldig und konsequent um, so dürfen diese schon innerhalb wenigen Tagen / Wochen bereits grosse Fortschritte verzeichnen. Seit 2019 durften wir über 80 Wesensanalysen durchführen, wovon sich 50 die Zeit genom - men haben, diese zu bewerten. Wie rasch Leithundehalter (nach dem Prozess einer Wesensanalyse) Fortschritte haben machen dürfen, kann aus unserem ausführlichen Kundenfeedback ent - nehmen .
Letzte Änderung: 03.08.2020 Copyright: dog-psychology-center.ch
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Geht man mit Leithunden nicht artgerecht um (Vermenschlichung), so ist es so sicher, wie das „Amen in der Kirche“, dass Hunde draus - sen Probleme bekommen müssen, was ir - gendwann zu Beissereien führen muss (mit allmöglichen Konsequenzen für die Hundehal - ter, welche man sich gerne sparen würde). Es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas pas - sieren muss… (ab dem Erwachsenenalter nehmen Leithunde ihre Verantwortung sehr ernst). Seit kurzem haben wir die technische Möglich - keit bekommen, Hundeprobleme auszuwerten und grafisch darzustellen. Die Datenquelle stammt aus unseren eigenen Wesensanalysen von Kundenhunden.

1. Die ersten Anzeichen von Pro-

blemen waren schon in sehr frü-

hem Alter erkennbar

47% zeigten Verhaltensauffälligkeiten VOR dem Erreichen des 1. Lebensjahres… Oft wurde man in Hundeschulen schon in der Welpenspielstunde oder spätestens im Jung - hundekurs vom Gruppentraining ausgeschlos - sen und zum Privat-Training „verknurrt“, bis man feststellen musste, dass Trainer auf klas - sischer Konditionierung mit dem eigenen Hund überfordert waren. Aufgrund des Alters kann der Hundetyp schon ziemlich genau abgeleitet werden: bis 6 Monate (18%) = wesensstärkste ZENTRALE Leithunde 6-12 Monate (29%) = weniger wesens - starke, ZENTRALE Leithunde 1-2 jährig (27%) = wesensstarke, „normale“ Leithunde (vorderer/hinterer) 2-3 jährig (11%) = weniger wesens - starke, „normale“ Leithunde Leithunde fühlen sich schon als Welpe für „ihr Rudel“ verantwortlich. Lernt man nicht, wie man ihnen den „Lead“ abnehmen kann, so sind die Probleme draussen vorprogrammiert (aus Überforderung in stressigen (Angst-Ag - gression) oder unbekannten Situationen (Unsicherheiten). Tipps aus Hundeschule sind i.d.R. immer KONTRAPRODUKTIV, Selbstverständlich spielt auch die Wohnsi - tuation eine grosse Rolle . Es ist ein grosser Unterschied, ob man auf dem ruhigen Land mit wenigen Reizen - oder in einer hektischen Stadt lebt. So kann ein wesensstarker, zentra - ler Leithund auf dem Land auch erst ab 1-2 jährig grössere Probleme zeigen. Dabei sprechen wir von Hundeproblemen aus menschlicher Sicht. Aus hündischer Sicht haben Hunde aber oft schon viel früher Probleme - insbesondere kleine Hunde, die man bei Problemen einfach in die Tasche steckt.

2. Artgerechte Haltung von Leit-

hunden

Das Halten von zentralen Leithunden in Städ - ten, kann für diesen Hundetyp leider NICHT ARTGERECHT sein (Hochsensibilität)! Ein Leithund würde sich einen Garten mit Ra - sen UND auch einen Artgenossen wünschen. Die Realität sieht leider oft anders aus und die Probleme sind somit vorprogrammiert. Fehlt einem Leithund der (passende) Artge - nosse, so beginnt er Menschen zu kontrollie - ren, was zu den Problemen führen muss (draussen), die man aktuell haben mag.

3. Züchter kein Garant für die

passende Auswahl

Holt man sich einen Hund aus einem Tier - heim oder aus einem SOS-Shelter aus dem Ausland, so kann man schon mal davon aus - gehen, dass es sich um einen Leithund han - deln muss. Bei Hunden aus Tötungsstatio - nen aus dem Ausland, handelt es sich in der Regel um die wesensstärksten (zentralen) Leithunde, denn nur die Stärksten überle - ben in so schlimmen Umgebungen. Deswegen sollten solche Hunde nicht in städ - tische Verhältnisse und v.a. nicht in Familien mit Kindern vermittelt werden. Die folgende Statistik zeigt auch, dass wenn man sich für einen Zuchthund mit Papieren entscheidet, man i.d.R. keine Garantie hat, dass man den passenden Hund (für seine Wohnsituation) bekommt. Oft wird aus dem Bauchgefühl entschieden, man begeistert sich für den Hund, der als erster zu einem kommt, „Freude“ zeigt, etc. Auch wenn es nur ganz wenige Züchter gibt, die fähig wären, den Hundetyp der Welpen korrekt einzuschätzen, habe ich das Gefühl bekommen, dass es vielen Züchtern haupt - sächlich darum geht, dass jeder Welpe einen Platz findet. Diejenigen, welche innerhalb nur wenigen Monaten wieder dem Züchter zurück - gegeben werden, wurden sehr oft weder richtig eingeschätzt, noch an den passenden Platz vermittelt. Dies sind i.d.R. alles Leit - hunde. Obwohl 48% aller Hundehalter sich einem professionellen Züchter anvertraut hatten, be - kamen sie einen Leithund. I.d.R. bekommt man vom Züchter einen Hund 1. Hand. Alle anderen Institution vermitteln Hunde je - weils 2., 3. oder gar 4. Hand. Auch sind einige Tipps, die man beim Ab - holen des Hundes bekommt, bei Leithun - den immer kontraproduktiv, diejenigen von SOS-Organisationen gar fatal (Geschirr, Handfütterung, etc.). Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der fressen kann, wenn er ex - trem verunsichert ist und auch noch keinen, der den anderen „gebeten“ hat zu fressen. Solche Hunde möchten verstanden werden und nur durch einen „hündischen Umgang“, kann man ihnen Strukturen und Sicherheit bieten. Dann können sie auch wieder normal trinken und fressen.

4. Vom System / Hundeschulen

im Stich gelassen

92% aller Kunden waren mit ihren Hunden in mindestens einer Hundeschule… Auch wenn man sich mit einem Leithund ver - antwortungsbewusst an Hundeschulen wen - det, ist auch hier die Enttäuschung vorpro - grammiert. Leithunde gehören zu den „schlausten“ Hunden und führen jeden Trainer an seiner Nase herum (Fuck-You Pfote, for - dernde Blicke um belohnt zu werden, etc.) Man macht dabei den Hund nicht nur noch stärker, sondern man verliert auch wichtige Zeit. Ist er mal „erwachsen“, wird es sehr schwierig, einen wesensstarken / hochsensi - blen Hund wieder „umzudrehen“ (Rangord - nung)… Diejenigen, welche noch keine Hundeschule besucht hatten, haben den Hund i.d.R. erst gerade frisch übernommen (2. oder 3. Hand). 5. Setzt man folgende Tipps aus Hunde - schulen um, sind Probleme vorprogram - miert Alle Hundehalter hatten den Tipps aus Hunde - schulen vertraut. Je mehr diese aber umge - setzt wurden und je mehr „geübt“ wurde, desto grösser wurden die Probleme bei Be - gegnungen. 1 . Gschtältli (Geschirr) Dieses Hilfsmittel wurde ursprünglich ZUM ZIEHEN entwickelt (Schlittenhunde). Auf - grund der grossen Vermenschlichung von Hunden, aus Ängsten, dass man mit ei - nem Halsband einem Hund den Kehlkopf oder Halswirbel verletzen kann oder aus Angst, dass er aus dem Halsband entwei - chen könnte, werden Geschirre immer mehr empfohlen - was der grösste menschliche Trugschluss bei Leithunden ist. Benutzt man ein Halsband, so wird man schon fast als „Tierquäler“ betrachtet. Leithunde erwarten einen Umgang über Körpersprache und Berührungen, so wie es in ihrer Natur (unter Hunden) üblich ist. Es geht um Raum beanspruchen und nicht um Fusslaufen. Bei Verwendung eines Geschirrs (mit Be - festigung oben am Rücken), überlässt man die Führung dem Hund. Er läuft im - mer vor den Haltern und/oder die Leine ist immer auf Zug. Leithunde die die Nase vorne haben, fühlen sich für das was nachläuft ver - antwortlich. Es genügt ihnen, die Nase 1-2 cm vor dem Knie des Halters zu ha - ben, um bei der nächsten Begegnung wieder Entscheidungen zu treffen. Verhindert man, dass ein Leithund nicht mehr vor einem laufen darf, so bean - sprucht der Hund (durch permanentes Bodenabschnuppern) anstelle das ganze Territorium, in dem man als Hundeführer läuft. Schaut man auf das „Wie“ der Hund den Boden abschnuppert, so kann man rasch darauf kommen, dass es nicht das „Zeitungslesen“ sein kann, was oft als Er - klärung aus Hundeschulen kommt, wenn man nachfragt. Bei Problembegegnungen hat man dann wegen dem Geschirr fast keinen Einfluss mehr auf den Hund. Man kann ihn etweder hochheben, oder auf den Boden drücken, was nicht zielführend sein kann. Bei uns kann man lernen, wie man den Hund über Körpersprache (OHNE ständi - ges Zupfen an der Leine) erreichen kann, um ihm die Verantwortung abnehmen zu können. 2 . Auszugsleine (Flexileine) Diese mag zwar für Halter praktisch wir - ken, führt aber auch dazu, dass der Hund immer vor uns und immer auf Zug läuft - mit den soeben beschriebenen Nebenwir - kungen. Wenn man also alles so falsch wie möglich machen möchte, so benutzt man Geschirr zusammen mit Auszugsleine… Bei grossen, schweren Hunden ist der Einsatz von Auszugsleinen sehr ge - fährlich! Es haben sich schon einige Kunden schwer an der Hand verletzt. Mit viel Pech kann man sich sogar Finger ab - trennen… 3 . Hohe Stimme, sich „interessant“ ma - chen, Guddeli-Konditionierung etc. Solche menschlichen Theorien sind äus - serst kontraproduktiv bei Leithunden, dies weil sie nicht nur unnatürlich sind, son - dern v.a., weil man nur auf das „Was“ schaut, was ein Hund macht und nicht auf das „Wie“, wie ein Hund etwas macht. So werden Hunde oft für respektloses, domi - nant-forderndes Verhalten belohnt. Als bestes Beispiel dient der Einsatz von „Cli - cker“. 4 . Beschäftigung Egal welche Beschäftigung man mit einem Leithund macht, sollte man darauf achten, dass der Mensch und nicht der Hund das „Spiel“ oder die Übung kontrolliert. Bei über 95% aller Beschäftigungsarten ist jedoch der Hund immer im bestimmenden Modus. Folgt man Aufforderungen von Leithunden, so bestätigt man dominantes Verhalten, was dazu führt, dass der Hund nicht nur immer ausdauernder, sondern auch immer dominanter wird, je mehr man den Hund beschäftigt. Bei uns kann man lernen, wie man sei - nem Hund eine der artgerechtesten Beschäftigungen bieten kann, bei wel - cher dafür gesorgt wird, dass nicht für Aufregung, sondern für ruhiges Verhalten belohnt wird. 5 . Futterkonditionierung (Sitz, Platz, warten, Clicker-Training, etc.) Wie manipulativ Leithunde arbeiten, kann man bei Futterkonditionierung erkennen. Wir verweisen auf den Beitrag „Sitz ge - gen Belohnung“ in unserem Beitrag Hündische Missverständnisse “. 6 . Clicker-Training Leithunde lassen sich nicht für dumm ver - kaufen, da sie unsere Absichten (Gedan - ken) lesen können. In der Theorie möchte man dem Hund ler - nen, dass er belohnt wird, wenn er nach einem Click, seinen Halter anschaut. Lei - der achtet sich aber niemand, WIE ein Hund seinen Halter anschaut. Hunde kön - nen ihre Halter entweder respektvoll (fragend) oder dominant-fordernd (re - spektlos) anschauen. Sind Augen domi - nant-fordernd, so kann man das an den schwarzen Pupillen sehen. Die Anspannun - gen im fordernden Blick lassen keinen Platz für weisse Augenringe um die Pupil - len, die man bei einem respektvollen, sich am Halter orientierenden Blick sehen könnte. Sie dürfen gerne all ihre Fotos überprüfen - ein Leithund kann „seinem grossen Wel - pen“ nie einen fragenden Blick schenken, wenn dieser etwas von ihm will, bzw. be - stimmen möchte. Sie werden auf keinem Foto weisse Augenringe sehen dürfen und dies schon ab Junghundealter. Was ein Leithund aus Clicker-Training macht: Wie bei allen menschlichen Techniken, dreht ein Leithund den Spiess bei der Übung einfach um. Da Leithunde unsere Absichten (Energien / Gedanken) im Jetzt lesen können, ver - stehen sie rasch, was der Halter will. Bei Leithunden genügt es 2-3 Versuche und schon macht der Hund diese Übung prima - gerade weil er dabei jedes mal wieder Punkte auf sein Konto verbuchen darf. Clicker ist das Lieblingsspiel eines jeden Leithundes! Er weiss, dass sobald es clickt, er jedes Mal belohnt wird - er braucht seinen Halter (grossen Welpen) bloss anzuschauen und schon reagiert die - ser, ohne darauf zu schauen, WIE der Hund seinen Halter anschaut. Man belohnt so also mit jedem Click i.d.R. immer einen dominant-fordernden Blick und ist schlussendlich erstaunt, dass der Hund (ausserhalb des Hundeplatzes) im - mer dominanter wird. Der Hund gibt „seinem grossen Welpen“ quasi den Befehl: Es hat geclickt, gib mir ein Leckerli - und dieser führt den Befehl des Hundes auch immer sofort und schön brav aus… So macht man seinen Hund mit jeder Übung immer ranghöher! Macht mal folgenden Test: Clickt und gebt dem Hund einfach mal nichts und schaut mal, wie er dann rea - giert… Ein Leithund müsste Sie anstupsen, anbellen oder gar anspringen (Massrege - lung / Aufforderung zum „Welpengehor - sam“) 7 . Fütterung aus dem Napf Auch hier lernt man nicht, dass es wichtig wäre, dass der Hund entspannt ist und seinem Halter einen respektvollen, fragen - den Blick schenken sollte, bevor er mit (viel) Futter belohnt wird. So wird das Fressen i.d.R. immer freigegeben, obwohl der Hund angespannte, fordernde und do - minante Energie zeigt. Deswegen fressen Leithunde mit der Zeit auch immer gieri - ger… 6. 100% aller Kundenhunde zeigen Kontrollverhalten Der menschliche Umgang, den man in Hunde - schulen lernt, führt bei Leithunden immer dazu, dass sie mit der Zeit starkes Kontroll - verhalten zeigen müssen. Sobald man sich zu Hause vom Hund kontrollieren lässt, kann sich dieser draussen (z.B. bei schwierigen Begeg - nungen) nicht mehr am Menschen orientieren. Das Kontrollverhalten ist das grösste tierpsy - chologische Übel für Leithunde welches draus - sen dazu führt, dass der Hund sehr oft überfordert ist (Unsicherheiten / Angst oder (Angst-)Aggression). Alle Leithunde zeigen Kontrollverhalten Auch wenn Hundehalter zum Zeitpunkt der Datenerfassung das aktive (5%) und passive (15%) Kontrollverhalten noch nicht richtig er - kennen konnten, wurde (nach der Bespre - chung der Analyse) allen klar, dass auch sie von ihrem Hund kontrolliert werden - ausser wenn alles schläft… Das Tragische an dieser Statistik ist, dass 22- 37% aller Hunde mit Kontrollverhalten, nicht mehr alleine zu Hause gelassen werden kön - nen (>22%) und immer überall hin mitge - nommen werden müssen, was das Kontroll - verhalten immer schlimmer werden lässt… In Hundeschulen wird das Kontrollver - halten nicht richtig erkannt und gerne mit Trennungsangst verwechselt. Dies weil dieses Thema in den klassischen Ausbil - dungen nicht einmal angesprochen wird - weil anscheinend noch immer unbekannt… Gerade weil diese beiden Fehlverhalten ge - genteilig therapiert werden sollten, führt es bei Verwechslung immer zu noch anhängliche - ren Hunden (zu Hause, im sicheren Territo - rium) und zu immer unsicherer werdenden Hunden, jedes Mal, wenn sie raus müssen (draussen, im fremden Territorium). Eine Diagnose nach menschlichen Überlegun - gen ist für solche Hunde aus tierpsychologi - scher Sicht FATAL! Mehr zu diesem Thema kann man in unserem separaten Bericht über aktives und passives Kontrollverhalten nachlesen. 7. Ändert der Mensch seinen Umgang mit dem Hund, so kann auch der Hund sein Ver - halten sehr rasch ändern! Es ist relativ einfach zu sagen, was falsch ist - viel schwieriger ist es aufzeigen zu können, wie man es richtiger oder besser macht. Dies lässt aber keinen Platz für menschliche An - sichten zu, sondern man muss lernen, wie Leithunde funktionieren und akzeptieren kön - nen, dass diese einen ganz anderen Ansatz im Umgang erwarten, als 85% aller Hunde (Ge - folgshunde). Dank unserer Wesensanalyse werden unsere Kunden in einen Prozess geschickt, in welchen sie zum 1. Mal lernen dürfen, auf die wichti - gen - sich stets wiederholenden - Verhaltens - muster zu achten - zu verstehen was sie bedeuten und wie man sie unterbinden kann. Setzen Kunden unsere Tipps geduldig und konsequent um, so dürfen diese schon inner - halb wenigen Tagen / Wochen bereits grosse Fortschritte verzeichnen. Seit 2019 durften wir über 80 Wesensanaly - sen durchführen, wovon sich 50 die Zeit genommen haben, diese zu bewerten. Wie rasch Leithundehalter (nach dem Prozess einer Wesensanalyse) Fortschritte haben machen dürfen, kann aus unse - rem ausführlichen Kundenfeedback entnehmen .
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„Vorprogrammierte“ Hundeprobleme

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