Letzte Änderung: 18.08.2022 Kontakt Copyright: dog-psychology-center.ch
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Hundeerziehung Stress und Ängste bei Hunden

Mein Hund hat Angst - ist unsicher

Es gibt verschiedene Formen von Angst - von kleinen Unsicherheiten oder Stress in seltenen Situationen bis zu panischer Angst - sprich völlige Überforderung - jedes Mal, wenn der Hund die sicheren, eigenen 4 Wände verlassen muss oder in gewissen Situa - tionen zu Hause. Um Hunden aus ihren Ängsten heraushelfen zu können, wäre es wichtig, ihre natürliche Psyche zu verstehen. In meinem Rudel kann man beobachten, dass Hunde mit Unsicherheiten oder Ängsten, von meinen Leithunden IMMER und SOFORT aus ihren misslichen Zuständen herausgeholt werden, so dass sie nicht immer grösser werden müssten, sondern rasch geheilt werden können.

Das Ausmass von Ängsten bei Hunden und der Einfluss auf

Ihre Psyche

Leichte Unsicherheiten oder rasch vorübergehende (kleine) Angst in seltenen Situationen Grosse, lange andauernde Angst Panische Angst draussen - Hund zeigt Fluchtverhalten Panische Angst zu Hause - Hund zittert, winselt Bis auf leichte Unsicherheiten, beeinflussen Ängste bei Hunden die Lebensqualität von Hund und Halter ähnlich wie beim Mensch. Sie bedeuten nicht nur viel Stress und führt teilweise sogar dazu, dass man sich völlig isoliert . Auch Urlaub ist oftmals nicht mehr - oder nur beschränkt - möglich. Das Ausmass von Ängsten bei Hunden ist vorwiegend von folgenden Faktoren abhängig: Hundetyp normaler Gefolgshund, normaler Leithund oder zentraler Leithund Umgang (Ausmass der Vermenschlichung des Hundes) Herkunft Züchter, Tierheim, Rettungsstationen, etc. Alter als Welpe (1. Hand), 1-2 jährig (2. Hand), Erwachsenenalter (2. Hand oder mehr) Wohnsituation Blockwohnung in Stadt (mit vielen Reizen), ländliche Wohnsituation (mit wenig Reizen), in Haus mit - oder ohne - Garten Wie viele Unsicherheiten oder Ängste ein Hund mit zunehmendem Alter bekommen muss, wird vorwiegend von den oben aufgeführten Punkten beeinflusst. Je mehr ungünstige Faktoren zusammenkommen, umso mehr Stress und Ängste wird der Hund (langfristig) zeigen müssen.

1. Der Hundetyp ist massgebend für Ängste

Gefolgshunde, also 85% aller Hunde sind normalerweise unproblematisch und eignen sich, einen mehr oder weniger vermenschlichten Umgang zu pflegen, weil ihre genetischen Naturinstinkte nicht vorgesehen haben, dass sie Verantwortung für die Sicherheit eines Verbundes übernehmen. Sie nehmen grundsätzlich keine Positionen ein, die sie überfordern könnten, wie dies im Gegensatz bei Leithunden immer der Fall ist. Insbesondere zentrale Leithunde übernehmen schon in sehr frühem Alter (ab 3 Monaten) Verantwortung für „ihr Mensch-Hunderudel“ und fühlen sich für alles zuständig und reagieren schon früh auf jegliche Reize - aus Überforderung der unbewusst übertragenen, für sie unnatürlichen Aufgabe, für den Mensch- Hundeverbund verantwortlich zu sein. Wenn sie mehr über die verschiedenen Hundetypen erfahren möchten, so verweise ich auf den speziell dafür vorgesehenen Beitrag.

2.1 Umgang

2.1.1 Menschlicher Umgang ohne grosse Konsequenzen Beim Hundetyp der Gefolgshunde spielt der Umgang keine grosse Rolle. Sie lassen sich durch Hundeschulen im menschlichen Sinne erziehen (konditionieren). Sie eignen sich gut als Begleiter für Menschen mit Depressionen, als Therapiehunde, Blindenführhunde, Rettungshunde, etc. 2.1.2 Hunde, die sich nicht „erziehen“ lassen Leithunde, insbesondere zentrale Leithunde erfordern einen natürlichen, hundegerechten Umgang, damit sie ein ruhiges, entspanntes Leben führen können und nicht in unnatürliche Aufgaben gedrängt werden. Für sie spielt die natürliche Rangordnung in einem Verbund eine zentrale Rolle. Sie eignen sich nicht für Personen, die die ganze Zeit ihren Hund streicheln möchten, ihm die Liebe schenken wollen, wie man es unter Menschen kennt oder mit dem Hund einen leeren Platz füllen möchten (Alleinstehende, die ihren Lebenspartner verloren haben für bei Paare bei denen die Kinder ausgezogen sind etc.). Sie brauchen Halter mit gutem Selbstwertgefühl, starker Präsenz und bereit dazu sind, Führung übernehmen zu wollen. Kommen Leithunde an neuen Ort und sehen dort empathische Menschen, die sich auf den Hund freuen, ihm vor allem Zuwendung und viel Liebe geben wollen, dann sehen Leithunde unterwürfige Wesen, die in der Natur nicht überlebensfähig wären. Sobald ein Leithund merkt, dass der Mensch sich nicht um Strukturen und Führung kümmert, muss der Hund diese Position einnehemen, so wie dies die Mutterhündin in der Wurfbox machte oder so wie die gewohnten Strukturen und Rangordnungen auf der Strasse zu beobachten sind (bei Strassenhunden / Auslandhunden). So wäre es wichtig, dass man die natürliche Kommunikation von Leithunden versteht und domintes Verhalten richtig erkennt und es unterbindet, anstelle es (unbewusst) durch Zuwendung (Lob, Belohnung, Streicheln) weiter fördert. Ansonsten würden Leithunde Ihre Rangordnung (und somit auch ihre Verantwortung) über den Halter stellen und mit zunehmendem Alter immer mehr Entscheidungen treffen, die unerwünscht sind. Leithunde erhöhen ihre Rangordnung über Besitz- und Kontrollverhalten über Menschen und Territorien. Übernimmt der Mensch nicht die Führung und lässt den Hund das Territorium zu Hause inkl. Menschen kontrollieren (fixieren, nachlaufen), so kann ein Leithund nicht zum Familienmitglied werden, sondern die Familienmitglieder werden automatisch zum Rudel des Hundes, welches er dann auch beschützen und verteidigen wird. Er trifft Entscheidungen nach seinen Naturinstinkten, die nicht kompatibel mit den menschlichen Verhaltensregeln sind. Weil Leithunde sich nicht durch menschliche Logik erziehen resp. konditionieren lassen, macht man sie mit jedem Training, bei welchem der Hundetyp nicht richtig erkannt wurde, immer noch dominanter und schlussendlich unsicherer, was mit zunehmendem Alter zu immer grösseren Problemen bei Reizen zu Hause (Besucher, Handwerker, etc.) oder auf Spaziergängen führen wird. Bei diesen Hunden ist der wichtigste Punkt, dass man beim Training gute (ruhige und bestimmte) Energie hat. Bei zu dominanten, unausgeglichenen Energien könnte ein Leithund nicht nur nichts annehmen, sondern man würde ihn zusätzlich verunsichern / verängstigen oder man könnte vom eigenen Hund geschnappt oder gebissen werden. Siehe dazu auch meinen Beitrag Artgerechter Umgang oder Klassische Hundeschule vs. Tierpsychologie

3.1 Herkunft des Hundes

3.1.1 Hunde aus (seriöser) Hundezucht Hunde kommen normalerweise nicht mit Unsicherheiten zur Welt. Ein guter Züchter achtet darauf, nicht mit unsicheren Wesen zu züchten. Eine souveräne, wesenssichere Zuchthündin würde (dominant-)unsicheres Verhalten instinktiv und konsequent unterbinden, um ihre Welpen bestmöglich auf das Leben vorzubereiten. Ein guter Züchter schaut den Umgang seiner Zuchthündin ab und gibt das natürliche Wissen der Zuchthündin auch an die neuen Besitzer weiter. Er würde somit Welpen nicht bestätigen, belohnen oder gar streicheln, wenn sie gerade aufgeregtes, forderndes oder unsicheres Verhalten zeigen. 3.1.2 Hunde aus Hobby-Zucht oder von suboptimalem Züchter Wenn man das Pech hat, dass man einen Welpen von einem Züchter bekommen hat, der mit unsicheren Hunden züchtet und der Züchter glaubt, die Welpen durch „Sozialisierungsstreicheln“ an Menschen oder Kinder gewöhnen zu können, ist die Gefahr gross, dass er den Welpen (unbewusst) Zuwendung für dominant-unsicheres Verhalten geben würde, wie es eine Muterhündin nie tun würde. In solchen Fällen sind Probleme am neuen Ort schon bei der Übergabe vorprogrammiert. Bei Hunden aus einer Hobbyzucht oder bei nicht gewollten Deckakten (z.B. Hunde von einem Bauernhof) sind die Risiken grösser, dass man bereits einen (mehr oder weniger) verunsicherten Hund bekommt, insbesondere dann, wenn es für die Mutterhündin der erste Wurf war. Der erste Wurf kann für eine Hündin ziemlich stressig sein und die Gefahr ist relativ gross, dass sie mit dem Wurf überfordert ist und ihren Stress auf die Welpen übertragt. Die Überforderung führt normalerweise auch dazu, dass sie sich nicht gleich gut um die Welpen kümmern kann, wie dies eine routinierte Zuchthündin tun könnte. Die grössten Probleme bekommen Welpen, die von Mutterhündinnen verstossen wurden oder vom Züchter (aus Angst, er könnte von der Mutterhündin verletzt werden) von der Mutterhündin entfernt wurden und folglich vorwiegend vom Mensch aufgezogen wurden. 2.1.3 Hunde aus Tierheimen Leider landen Hunde, insbesondere Hunde, die bei Problemen nicht wieder dem Züchter zurückgegeben werden können, früher oder später in Tierheimen. Dies, weil aus Angst bald einmal Angst-Aggression werden kann und Hund und Halter bei Begegnungen - trotz Besuchen von (diversen) Hundeschulen - teilweise komplett überfordert sind (je nach Hundetyp), oder aus Ängsten, dass der Hund jemanden verletzen oder gar das eigene Kind beissen könnte. Warum Hunde in Tierheimen landen… Oft wurde der Hundetyp vom Vermittler nicht richtig erkannt und / oder die Familien- / Wohnsituation nicht berücksichtigt. Dies passiert oft bei Hunden, die aus SOS-Programmen (Auslandhunde, Strassenhunde). Siehe auch nächstes Kapitel. Für viele Hunde ist eine Abgabe ins Tierheim ein traumatisches Ereignis Weil auch Tierpflegerinnen heute einen sehr vermenschlichten Umgang lernen, werden die Probleme von Hunden (insbesondere bei wesensstarken Hunden) - je länger sie im Tierheim betreut wurden - immer grösser. Eines der Hauptprobleme ist auch, dass sie (insbesondere Nachts) auf sich allein gestellt sind nicht aus traumatischen Zuständen herausgeholt werden (bei Gewitter, Feuerwerk, Geräuschen die sie nicht kennen, etc.). Gerade diese Hunde möchten verstanden werden anstatt bei Unsicherheiten gestreichelt (getröstet) zu werden. Solche gut-gemeinten Handlungen bestätigen dann auch noch, dass der aktuelle Zustand gut ist und somit werden verängstliche Hunde immer noch ängstlicher (durch Falschbestätigungen). Sie bräuchten souveräne Bezugspersonen, wie mein Leithund Goliath, der ihnen in stressigen Situationen Sicherheit geben könnte und ihnen erst dann Zuwendung geben würde, wenn sie ruhige und entspannte Energien haben. Sie werden (nicht selten mehrere Male) wieder weitervermittelt und kommen ein paar Monate später wieder zurück und werden dann irgendwann von ihrem stressigen, hundeunwürdigen, nicht artgerechten Leben erlöst, indem sie schlussendlich eingeschläfert werden - spätestens dann, wenn sie mehrere Male zugebissen hatten. Es gilt die Faustregel: Je öfters ein Hund schon vermittelt wurde (ab 3. Hand), umso grösser werden die Probleme sein, die man als gutgläubiger Halter bekommen werden dürfte, nur weil man einem Hund helfen wollte. 3.1.4 Hunde aus der Hunderettung / SOS-Hunde Hunde aus dieser Kategorie zeigen die grössten Verhaltensauffälligkeiten. Sie kommen an einen neuen, fremden Ort, wo ihnen die gewohnten Strukturen fehlen, die in ihrem früheren Leben auf der Strasse Sicherheit gegeben hatten. Dieser Beitrag ist noch in Bearbeitung und wird in den nächsten Tagen fertiggestellt. Wenn Sie weiterlesen möchten, schauen Sie bitte in ca. 1 Woche wieder vorbei. Vielen Dank für‘s Verständnis! In der Zwischenzeit kann ich Ihnen folgende Beiträge empfehlen: Die verschiedenen Hundetypen Artgerechter Umgang Hündische Missverständnisse
Update: 18.08.2022 Kontakt Copyright dog-psychology-center.ch
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Rudelhaltung-Strassenhunde-Leithunde

Hundeerziehung Stress und

Ängste bei Hunden

Mein Hund hat Angst - ist

unsicher

Es gibt verschiedene Formen von Angst - von kleinen Unsicherheiten oder Stress in seltenen Situationen bis zu panischer Angst - sprich völlige Überforderung - jedes Mal, wenn der Hund die sicheren, eigenen 4 Wände verlassen muss oder in gewissen Situationen zu Hause. Um Hunden aus ihren Ängsten heraushelfen zu können, wäre es wichtig, ihre natürliche Psyche zu verstehen. In meinem Rudel kann man beobachten, dass Hunde mit Unsicherheiten oder Ängsten, von meinen Leithunden IMMER und SOFORT aus ihren misslichen Zuständen herausgeholt werden, so dass sie nicht immer grösser werden müssten, sondern rasch geheilt werden können.

Das Ausmass von Ängsten

bei Hunden und der

Einfluss auf Ihre Psyche

Leichte Unsicherheiten oder rasch vorübergehende (kleine) Angst in seltenen Situationen Grosse, lange andauernde Angst Panische Angst draussen - Hund zeigt Fluchtverhalten Panische Angst zu Hause - Hund zittert, winselt Bis auf leichte Unsicherheiten, beeinflussen Ängste bei Hunden die Lebensqualität von Hund und Halter ähnlich wie beim Mensch. Sie bedeuten nicht nur viel Stress und führt teilweise sogar dazu, dass man sich völlig isoliert . Auch Urlaub ist oftmals nicht mehr - oder nur beschränkt - möglich. Das Ausmass von Ängsten bei Hunden ist vorwiegend von folgenden Faktoren abhängig : Hundetyp normaler Gefolgshund, normaler Leit - hund oder zentraler Leithund Umgang (Ausmass der Vermenschli - chung des Hundes ) Herkunft Züchter, Tierheim, Rettungsstationen, etc. Alter als Welpe (1. Hand), 1-2 jährig (2. Hand), Erwachsenenalter (2. Hand oder mehr) Wohnsituation Blockwohnung in Stadt (mit vielen Reizen), ländliche Wohnsituation (mit wenig Reizen), in Haus mit - oder ohne - Garten Wie viele Unsicherheiten oder Ängste ein Hund mit zunehmendem Alter bekommen muss, wird vorwiegend von den oben aufgeführten Punkten beein - flusst. Je mehr ungünstige Faktoren zusammenkommen, umso mehr Stress und Ängste wird der Hund (langfristig) zeigen müssen.

1. Der Hundetyp ist massge-

bend für Ängste

Gefolgshunde , also 85% aller Hunde sind normalerweise unproblema - tisch und eignen sich, einen mehr oder weniger vermenschlichten Umgang zu pflegen, weil ihre genetischen Naturin - stinkte nicht vorgesehen haben, dass sie Verantwortung für die Sicherheit eines Verbundes übernehmen. Sie nehmen grundsätzlich keine Positionen ein, die sie überfordern könnten, wie dies im Gegensatz bei Leit - hunden immer der Fall ist. Insbesondere zentrale Leithunde übernehmen schon in sehr frühem Alter (ab 3 Monaten) Verantwortung für „ihr Mensch-Hunderudel“ und fühlen sich für alles zuständig und reagieren schon früh auf jegliche Reize - aus Überforderung der unbewusst übertragenen, für sie unnatürlichen Aufgabe, für den Mensch-Hundever - bund verantwortlich zu sein. Wenn sie mehr über die    verschie - denen   Hundetypen erfahren möchten, so verweise ich auf den speziell dafür vorgesehenen Beitrag.

2.1 Umgang

2.1.1 Menschlicher Umgang ohne grosse Konsequenzen Beim Hundetyp der Gefolgshunde spielt der Umgang keine grosse Rolle. Sie lassen sich durch Hundeschulen im menschlichen Sinne erziehen (konditio - nieren). Sie eignen sich gut als Begleiter für Menschen mit Depres - sionen, als Therapiehunde, Blindenführ - hunde, Rettungshunde, etc. 2.1.2 Hunde, die sich nicht „erziehen“ lassen Leithunde, insbesondere zentrale Leit - hunde erfordern einen natürlichen, hundegerechten Umgang , damit sie ein ruhiges, entspanntes Leben führen können und nicht in unnatürliche Aufgaben gedrängt werden. Für sie spielt die natürliche Rangordnung in einem Verbund eine zentrale Rolle . Sie eignen sich nicht für Personen, die die ganze Zeit ihren Hund streicheln möchten, ihm die Liebe schenken wollen, wie man es unter Menschen kennt oder mit dem Hund einen leeren Platz füllen möchten (Alleinstehende, die ihren Lebenspartner verloren haben für bei Paare bei denen die Kinder ausgezogen sind etc.). Sie brauchen Halter mit gutem Selbstwertgefühl, starker Präsenz und bereit dazu sind, Führung übernehmen zu wollen. Kommen Leithunde an neuen Ort und sehen dort empathische Menschen, die sich auf den Hund freuen, ihm vor allem Zuwendung und viel Liebe geben wollen, dann sehen Leithunde unterwürfige Wesen, die in der Natur nicht über - lebensfähig wären. Sobald ein Leit - hund merkt, dass der Mensch sich nicht um Strukturen und Führung kümmert, muss der Hund diese Position einne - hemen, so wie dies die Mutterhündin in der Wurfbox machte oder so wie die gewohnten Strukturen und Rangord - nungen auf der Strasse zu beobachten sind (bei Strassenhunden / Ausland - hunden). So wäre es wichtig, dass man die natür - liche Kommunikation von Leithunden versteht und domintes Verhalten richtig erkennt und es unterbindet, anstelle es (unbewusst) durch Zuwendung (Lob, Belohnung, Streicheln) weiter fördert. Ansonsten würden Leithunde Ihre Rang - ordnung (und somit auch ihre Verant - wortung) über den Halter stellen und mit zunehmendem Alter immer mehr Entscheidungen treffen, die unerwünscht sind. Leithunde erhöhen ihre Rangord - nung über Besitz- und Kontrollverhalten über Menschen und Territorien. Übernimmt der Mensch nicht die Führung und lässt den Hund das Territo - rium zu Hause inkl. Menschen kontrol - lieren (fixieren, nachlaufen), so kann ein Leithund nicht zum Familienmitglied werden, sondern die Familienmitglieder werden automatisch zum Rudel des Hundes, welches er dann auch beschützen und verteidigen wird. Er trifft Entscheidungen nach seinen Natur - instinkten, die nicht kompatibel mit den menschlichen Verhaltensregeln sind. Weil Leithunde sich nicht durch mensch - liche Logik erziehen resp. konditionieren lassen, macht man sie mit jedem Trai - ning, bei welchem der Hundetyp nicht richtig erkannt wurde, immer noch dominanter und schlussendlich unsi - cherer, was mit zunehmendem Alter zu immer grösseren Problemen bei Reizen zu Hause (Besucher, Handwerker, etc.) oder auf Spaziergängen führen wird. Bei diesen Hunden ist der wichtigste Punkt , dass man beim Training gute (ruhige und bestimmte) Energie hat . Bei zu dominanten, unausgeglichenen Energien könnte ein Leithund nicht nur nichts annehmen, sondern man würde ihn zusätzlich verunsichern / verängs - tigen oder man könnte vom eigenen Hund geschnappt oder gebissen werden . Siehe dazu auch meinen Beitrag Artge - rechter Umgang oder Klassische Hundeschule vs. Tierpsychologie

3.1 Herkunft des Hundes

3.1.1 Hunde aus (seriöser) Hundezucht Hunde kommen normalerweise nicht mit Unsicherheiten zur Welt. Ein guter Züchter achtet darauf, nicht mit unsi - cheren Wesen zu züchten. Eine souve - räne, wesenssichere Zuchthündin würde (dominant-)unsicheres Verhalten instinktiv und konsequent unterbinden, um ihre Welpen bestmöglich auf das Leben vorzubereiten. Ein guter Züchter schaut den Umgang seiner Zuchthündin ab und gibt das natürliche Wissen der Zuchthündin auch an die neuen Besitzer weiter. Er würde somit Welpen nicht bestätigen, belohnen oder gar streicheln, wenn sie gerade aufgeregtes, forderndes oder unsicheres Verhalten zeigen. 3.1.2 Hunde aus Hobby-Zucht oder von suboptimalem Züchter Wenn man das Pech hat, dass man einen Welpen von einem Züchter bekommen hat, der mit unsicheren Hunden züchtet und der Züchter glaubt, die Welpen durch „Sozialisierungsstrei - cheln“ an Menschen oder Kinder gewöhnen zu können, ist die Gefahr gross, dass er den Welpen (unbewusst) Zuwendung für dominant-unsicheres Verhalten geben würde, wie es eine Muterhündin nie tun würde. In solchen Fällen sind Probleme am neuen Ort schon bei der Übergabe vorprogram - miert. Bei Hunden aus einer Hobbyzucht oder bei nicht gewollten Deckakten (z.B. Hunde von einem Bauernhof) sind die Risiken grösser, dass man bereits einen (mehr oder weniger) verunsicherten Hund bekommt, insbesondere dann, wenn es für die Mutterhündin der erste Wurf war. Der erste Wurf kann für eine Hündin ziemlich stressig sein und die Gefahr ist relativ gross, dass sie mit dem Wurf überfordert ist und ihren Stress auf die Welpen übertragt. Die Überforderung führt normalerweise auch dazu, dass sie sich nicht gleich gut um die Welpen kümmern kann, wie dies eine routinierte Zuchthündin tun könnte. Die grössten Probleme bekommen Welpen, die von Mutterhündinnen verstossen wurden oder vom Züchter (aus Angst, er könnte von der Mutter - hündin verletzt werden) von der Mutter - hündin entfernt wurden und folglich vorwiegend vom Mensch aufgezogen wurden. 2.1.3 Hunde aus Tierheimen Leider landen Hunde, insbesondere Hunde, die bei Problemen nicht wieder dem Züchter zurückgegeben werden können, früher oder später in Tier - heimen. Dies, weil aus Angst bald einmal Angst-Aggression werden kann und Hund und Halter bei Begegnungen - trotz Besuchen von (diversen) Hunde - schulen - teilweise komplett überfordert sind (je nach Hundetyp), oder aus Ängsten, dass der Hund jemanden verletzen oder gar das eigene Kind beissen könnte. Warum Hunde in Tierheimen landen… Oft wurde der Hundetyp vom Vermittler nicht richtig erkannt und / oder die Familien- / Wohnsitua - tion nicht berücksichtigt. Dies passiert oft bei Hunden, die aus SOS- Programmen (Auslandhunde, Strassen - hunde). Siehe auch nächstes Kapitel. Für viele Hunde ist eine Abgabe ins Tierheim ein traumatisches Ereignis Weil auch Tierpflegerinnen heute einen sehr vermenschlichten Umgang lernen, werden die Probleme von Hunden (insbesondere bei wesensstarken Hunden) - je länger sie im Tierheim betreut wurden - immer grösser. Eines der Hauptprobleme ist auch, dass sie (insbesondere Nachts) auf sich allein gestellt sind nicht aus traumatischen Zuständen herausgeholt werden (bei Gewitter, Feuerwerk, Geräuschen die sie nicht kennen, etc.). Gerade diese Hunde möchten verstanden werden anstatt bei Unsi - cherheiten gestreichelt (getröstet) zu werden. Solche gut-gemeinten Handlungen bestätigen dann auch noch, dass der aktuelle Zustand gut ist und somit werden verängstliche Hunde immer noch ängstlicher (durch Falschbe - stätigungen). Sie bräuchten souveräne Bezugsper - sonen, wie mein Leithund Goliath, der ihnen in stressigen Situationen Sicherheit geben könnte und ihnen erst dann Zuwendung geben würde, wenn sie ruhige und entspannte Energien haben. Sie werden (nicht selten mehrere Male) wieder weitervermittelt und kommen ein paar Monate später wieder zurück und werden dann irgendwann von ihrem stressigen, hundeunwürdigen, nicht artgerechten Leben erlöst , indem sie schlussendlich eingeschläfert werden - spätestens dann, wenn sie mehrere Male zugebissen hatten. Es    gilt    die    Faustregel: Je öfters ein Hund schon vermittelt wurde (ab 3. Hand), umso grösser werden die Probleme sein , die man als gutgläu - biger Halter bekommen werden dürfte, nur weil man einem Hund helfen wollte. 3.1.4 Hunde aus der Hunderettung / SOS-Hunde Hunde aus dieser Kategorie zeigen die grössten Verhaltensauffälligkeiten. Sie kommen an einen neuen, fremden Ort, wo ihnen die gewohnten Struk - turen    fehlen , die in ihrem früheren Leben auf der Strasse Sicherheit gegeben hatten. Dieser Beitrag ist noch in Bearbeitung und wird in den nächsten Tagen fertig - gestellt. Wenn Sie weiterlesen möchten, schauen Sie bitte in ca. 1 Woche wieder vorbei. Vielen Dank für‘s Verständnis! In der Zwischenzeit kann ich Ihnen folgende Beiträge empfehlen: Die verschiedenen Hundetypen Artgerechter Umgang Hündische Missverständnisse