Hilfe vom Rudel

Das Rudel und meine tagtäglichen Erfahrungen als “Leithund” in einem ständig wechselnden Rudel, ist genau das, was mich von allen anderen Hundetrainern unterscheidet . Das Rudel dient mir dazu, eine sehr genaue Analyse über Ursachen von Fehlverhalten von Hunden zu erstellen. War ein Hund mal 4-5 Tagen im Rudel, so hören Sie von mir nur überaus selten ein “ich weiss nicht, warum er das macht”. Das Feedback vom Rudel ist im - mer sehr präzise und “fadengeradeaus”. Viele Besitzer haben oft schon lange resigniert: “Der war schon immer so…“, “alle anderen im Wurf waren auch so” oder “ein Beagle bellt halt nun mal”; das sind Aussagen, die man sehr oft hört! Solche menschliche Überlegungen können sich Hunde gar nicht machen, weil Hunden der menschliche Verstand komplett fehlt. Es geht ihnen vorwiegend um Territorium, Rangordnung und Respekt: Du machst was ich sage - Punkt! Wie der Hund vorher war, oder ob er ein Beagle ist oder nicht, interessiert meine Leit - hunde überhaupt nicht... (siehe Video) Im Rudel hat sich ein Neuankömmling „im Jetzt“ re - spektvoll zu verhalten . Der Hund bemerkt rasch, dass er sich am neuen Ort in die neuen Strukturen ein - fügen muss, insbesondere dann, wenn er selbst noch Unsicherheiten zeigt. Hunde lassen andere Hunde nie eine zu hohe Position im Rudel einnehmen , die sie überfordern könnten. Deswegen müssen sie sich vorerst mal einordnen und können dann später in der Rangordnung aufsteigen, sobald sie selbstsicherer und ausgeglichener werden. Sehr oft werden Hunde von ihren Halten nicht nur dominant sondern auch unsicher gemacht . Zu Hause sieht man eher einen dominanten Hund, welcher draussen (im frem - den Territorium) dann verunsichert sein müsste (dominant-unsichere Hunde). Das Verhalten der Neuankömmlinge im Rudel und insbesondere, wie unsere eigenen Leit - hunde auf Neuankömmlinge reagieren, gibt uns alle nötigen Informationen über seine Position in der Hierarchie „Rudel des Hundes“ zu Hause. Oft wird man als Hundehalter bloss als „der grosse Welpe des Hundes“ betrachtet, solange man noch nicht konsequent führt. Anfänglich verstellen sich die meisten Hunde noch, da sie sich in einem neuen Territorium befinden, welches bereits von anderen beansprucht wird. Spätestens nach 2-3 Tagen zei - gen sie im Rudel, wie wessensstark sie wirklich sind bzw. was sie für einen „Charakter“ haben. Sie zeigen auch, was für Tricks sie zu Hause anwenden, um ihre Rangordnung zu Hause über den Haltern zu halten. Grosse Hilfe für ängstliche Hunde Vom Hunderudel kann man lernen, dass man einem unsicheren / ängstlichen Hund keine Zuwendung geben darf. Er wird quasi von den anderen Hunden ignoriert und es wird ihm der nötige Freiraum gelassen. Solche Hunde haben die Tendenz, sich irgendwo zu verkrie - chen (sichere Höhle, z.B. unter Tisch). Würde man sie sich selbst überlassen, so würde sie wahrscheinlich während Stunden in diesem für sie schlechten Zustand verharren. Solchen Hunden helfe ich, indem ich ihnen anfänglich die Rückzugmöglichkeiten biete und sie nach und nach dazu motiviere, Teil unserer Gemeinschaft zu sein (siehe auch weiter unten “Rudelspazier - gänge - wichtig zur Vertrauensbildung und Analyse”. Anfänglich sind die Hunde an mich angeleint und können/müssen das Verhalten der ande - ren Hunde beobachten, was rasch Vertrauen zum neuen Umfeld schafft. Interessan - terweise helfen dann im 2. Schritt gerade die Hunde dem Neuankömmling, die früher genau dasselbe Problem hatten. So hilft z.B. ein ehemals ängstlicher Hund einem neu ankommen - den (noch) unsicheren / ängstlichen Hund aus seiner unschönen Situation heraus. Genauso läuft es bei dominanten und/oder aggressiven Hunden ab. Deswegen ist ein grosses Rudel auch so wichtig. Dies erhöht die Chance, dass ein passender “Therapie-Hund” verfügbar ist, um einem Hund mit Problemen so rasch helfen zu können, wie wir Menschen es nie schaf - fen könnten... Heute haben wir fast für jeden Hund einen passenden Leithund! Wer spielt mit wem? Alleine aufgrund der Tatsache, welchen Hund sich der Neuankömmling zum “spielen” aus - sucht, gibt uns jede Menge Feedback über den Status des Hundes, den er zu Hause für sich beansprucht. So suchen sich z.B. dominante Hunde (Anfüh - rer-Typen) immer den dominantesten Hund aus dem Rudel aus, nicht zum Spielen (wie wir Menschen interpretieren wür - den), sondern um sich mit dem dominantesten Rudel - mitglied in der Rangordnung (spielerisch) zu messen . Jede Berührung unter den Hunden entspricht einem Punkt. Derjenige der am Schluss die meisten Punkte (Berührungen) hatte, ist der Ranghöhere der beiden. Wenn Hunde im Rudel nicht spielen (können...) Ein unbeschwerter Hund - ohne grosse Probleme - kommt bei uns durchs Tor und dann geht - nach ruhiger Begrüssung - die Post ab: herum-toben, „spielen“, Sozialkontakte pflegen - einfach Hund sein! Hunde, die zu Hause Kontrollverhal - ten auf Menschen aufgebaut haben, wollen / können leider nicht mehr mit anderen Hunden spielen (mehr dazu später). Rudelspaziergänge wichtig zur Vertrauensbildung und Analyse Bevor ich das Dog-Psychology-Center eröffnet hatte, waren unsere Rudelspaziergänge für die Hunde das “Highlight” des Tages . Sie lernten im Rudelverband zusammen zu bleiben, spielerisch/kontrolliert Energie abzulassen, nicht zu jagen, etc. Auch lernten Sie dank den zahlreichen, verschiedensten Begegnungen, respektvoll mit dem Umfeld umzugehen (z.B. Wild, Jogger, Reiter, Spaziergänger (mit/ohne Hund), Waldarbeiter, Schulklassen, etc.). Diese Spaziergänge warem besonders für unsichere/ängstliche Hunde sehr hilfreich, da sie quasi auf neutralem Territorium (in einem anderen Raum) stattfanden und zur ra - schen Vertrauensbildung zum Rudel und zu seinem Führer beitragen. Die Rudeltrennung als wichtiges psychologisches Mittel Besonders für dominante Hunde ist eine kurze, gezielte Trennung vom Rudel eine äusserst wirksame Therapieform. Gerade weil dominante Hunde meist Führungsanspruch haben und immer (zuvorderst) im Geschehen dabei sein wollen, wirkt eine kurze Rudeltrennung innert kürzester Zeit Wunder. So wird ein Hund der z.B. jemanden “ännet am Zaun” verbellen möchte genau 1x gewarnt. Beim 2. Mal wird er (komentarlos) ins Haus beordert, wo er von drinnen zuschauen muss, wie sich die Hunde, die sich anständig verhalten, vergnügen kön - nen. Vom Rudel ausgeschlossen zu sein, resp. zusehen zu müssen wie andere sich mit dem Stärksten messen ist die beste “Medizin” für solche Hunde. Nach einigen Minuten bekom - men sie dann ihre nächste Chance. So verknüpfen Hunde innerhalb von nur wenigen Stunden, dass sich korrektes Verhalten lohnt - bzw. Fehlverhalten eben nicht. Das Rudel als Frühindikator von anstehenden Problemen ( Kontroll-Verhalten ) Wegen der unterschiedlichsten Zusammensetzung des Rudels und den vielen speziellen Si - tuationen (z.B. bei Fütterung, Transport im Bus, bei Besuch, Ankunft von neuen Hunden, etc.) werden viele Situationen geschaffen, in denen Hunde falsch reagieren können. In einer Stunde so viele, wie wir sonst im normalen Alltag gar nicht erleben dürften oder ein vielfaches an Zeit benötigen würden, um Anzeichen von Fehlverhalten korrekt erkennen zu können. Der Hauptgrund dafür ist, dass es z.B. zu Hause meist gar nichts zu verteidigen gibt - bis z.B. Besuch (mit speziellem Hund) kommt. Besonders auf den Rudelspaziergängen kann ich Frühindikatoren bei Hunden erkennen, die zum Kontroll-Verhalten neigen oder es bereits tun. Einige Hunde kontrollieren ihre Besit - zer auf subtilste und unauffälligste Art und Weise, die man auch beim Heranziehen eines Experten meist nicht erkennen kann, zumal viele das passive Kontrollverhalten gar nicht kennen. Das Kontroll-Verhalten ist aus tierpsychologischer Sicht eines der grössten Übel , die ein Hund mit sich tragen kann und führt dazu dass Hunden regelmässig Erholungsphasen fehlen ... Das Kontroll-Verhalten und seine Auswirkungen auf den Hund und sein Umfeld wird mit der Zeit meist immer schlimmer, bis es schlussendlich dann zum (wirklich problemati - schen) Kontrollverlust führt. In solchen Fällen kann der Hund oft nicht mehr alleine zu Hause gelassen werden (Kombination Bellen/Heulen/Schluchzen). Dies sollte man dann auch nicht mehr tun, denn es bedeutet die Hölle für Hunde - jedes Mal wenn das, was er kontrollieren sollte sich (unerlaubter-weise) entfernt. Kümmern Sie sich sofort um Hilfe - ihr Hund braucht sie dringender, als man denken würde! Das Tragische am Kontroll-Verhalten ist, dass solche Hunde oft sehr manipulativ arbeiten und ihre Situation wird mit der Zeit immer schlimmer. Viele Halter haben Probleme Kontroll - verhalten überhaupt zu erkennen oder richtig zu interpretieren. Im günstigeren Fall bemerken Hundehalter das Kontrollverhalten ihres Hundes nicht. Im schlimmeren Fall miss- interpretieren wir das Fehlverhalten und bestärken den Hund, indem wir es - immer wieder - falsch bestätigen. So lernen man z.B. in klassischen Hundeschulen, dass man Blickkontakte vom Hund be - lohnen soll. Leithunde drehen den Spiess einfach um und bestimmen dann über ihre Halter, wann sie belohnt werden wollen - sie geben uns quasi den Befehl dazu und wir führen ihn dann auch noch jedes (brav) Mal aus! Hunde mit Kontroll-Verhalten, verlieren leider - vor lauter Aufgaben gegenüber dem Menschen - das Interesse an anderen Hunden. Oft werden diese dann zu Rivalen, wenn sie dieselben Menschen besitzen oder kontrollieren wollen, welche schon von einem Hund beansprucht würden (Kontroll- Besitzverhalten).

Kastration bei Rüden

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Ja oder Nein?

Das Rudel hat die Antwort!

Dies ist eine Frage, die oft gestellt wird und auch sehr kontrovers - teilweise emotional - diskutiert wird. Meistens sind es Männer die vorwiegend Probleme haben, ihren Rüden ka - strieren zu lassen. Sie glauben u.a., ihr Hund wäre nach einer Kastration “kein richtiger Kerl” mehr. Dies ist ein gutes Beispiel von menschlicher Logik, welche sich eben nicht auf die Natur übertragen lässt. Unkastrierte Hunde , welche besser kastriert werden sollten, sind im Alltag (vorwiegend auf den Spaziergängen) sexuell gestresst . Sie ziehen in der Regel ihre Besitzer von Duft - marke zu Duftmarke, welche sie unbedingt überdecken müssen. Oft zeigen solche Hunde auch Begleiterscheinungen wie übermässiges Hächeln, Sabbern, etc. Kommt so ein Rüde in ein Hunderudel von mehreren unkastrierten Rüden, bzw. in ein Terri - torium, in welchem bereits viele “Konkurrenten” ihre Duftmarke hinterlassen haben, so können Sie sich vorstellen, wie viel Arbeit der Neuankömmling hat, denn er MUSS jede Marke überdecken (er würde versuchen den ganzen Tag nichts anderes zu tun...). Dann steht er schon vor dem nächsten Problem: Mein (unkastrierter) Leithund wird es nicht zu - lassen, dass der Neuankömmling SEINE Marken in seinem Territorium überdeckt... Gibt es noch andere fremde Rüden, so könnte es - ohne meine Aufmerksamkeit und Kontrolle - rasch zu einem Kampf kommen. Ein kastrierter Hund hingegen kommt als “Neutrum” in unser Rudel und hat keine Kon - kurrenten , sondern nur Freunde, mit denen man von Anfang an (unbeschwert) spielen kann, ohne sich unbedingt um die Rangordnung kümmern zu müssen. Können Hundehalter diesen Unterschied im Rudel live erleben , so wird so manchem klar, dass es keinen besseren Experten als das Rudel gibt, um diese Frage zu beantworten. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass jeder Rüde grundsätzlich kastriert werden sollte. Kommt der Hinweis zur Kastration vom Rudel, so sollte dieser Rat (seinem Hund zu liebe) auch befolgt werden. Bisher hat noch keiner den Ratschlag des Rudels bereut, denn die Natur liegt immer richtig! Informationen über die Vor- und Nachteile einer Kastration aus medizinischer Sicht , finden Sie hier .

Respekt und Vertrauen

Ohne Respekt - kein Vertrauen . Das sind die Naturgesetze, welche immer gelten. Oder würden Sie selbst jemandem vertrauen, den sie nicht respektieren können? Das Vertrauen zu gewinnen, ist der erste und wichtigste Schritt bei meiner Arbeit. Das Vertrauen kann mir ein Hund nur schen - ken, wenn ich mich ihm gegenüber “hün - disch korrekt”, resp. respektvoll verhalte. Ein gutes Beispiel für respektloses Verhal - ten , sind die vielen “sogenannten Hundefans” , die bei einer Hunde-Begegnung vor lauter Freude, meist (zu) rasch und mit vielen lieben (gut-gemeinten) Worten von oben auf einen kleinen Hund “losgehen” (als würden sie ein Grosskind begrüssen...), welcher sich verständlicherweise vor lauter Angst duckt oder zurückzieht. Eine respektvolle Begegnung (aus Sicht des Hundes) wäre, wenn diese Person sich als “Hundekenner” nähern würde, indem sie sich wortlos und ohne Augenkon - takt neben den Hund hinknien würde ( OHNE Blickkontakt zum Hund ), bis dieser sein Interesse an uns bekundet, indem er be - ginnt an uns zu riechen. Dies ist der Moment, wo man ihn von unten anfassen kann (wort - los) . Nun kann man den Hund auch anschauen - fixieren sie ihn aber nicht permanent, sondern schauen sie - von Zeit zu Zeit - wieder mal weg und dann wieder hin. Vermeiden sie weiterhin , mit dem Hund zu sprechen. Beachtet man diese wenigen Regeln, kann sich ein Hund nicht bedrängt fühlen und kann die respektvolle Be - grüssung auch „geniessen“ oder annehmen. Oft benötigt man so nur wenige Sekunden oder Minuten, bis man das Vertrauen eines jeden Hundes erlangt. Bräuchte es Stunden, so würde ich mir auch diese Zeit nehmen, denn ohne Vertrauen kann ich keinem Hund aus seiner Situation heraus helfen. Reicht man einem Leithund (der sonst gewohnt ist, alles um ihn herum zu besitzen) den “kleinen Finger”, so versucht dieser meist (durch dominante Annäherungsversuche) gleich die ganze Hand zu bekommen. Korrigiert man dieses dominante Verhalten auf art - gerechte Art und Weise, so merkt dieser sofort, dass im „Hier und Jetzt“ jemand die Kontrolle übernommen hat, bzw. die Führung beansprucht und der Hund überlässt mir (re - spektvoll) “seinen” Raum, bzw. gibt auf, diesen für sich zu beanspruchen. Wie wichtig diese Führung für Hunde ist, konnten Hundehalter jeweils bei meinen Hausbe - suchen oder bei einem Kennenlernen im Zentrum live miterleben. Da kommt ein wildfremder Typ und der Hund verhält sich plötzlich ganz anders - ohne wochenlanges Trai - ning. Verabschiede ich mich dann nach 1-2 Stunden von den Hundehaltern, dann passiert es oft, dass besonders ängstliche Hunde mir nachlaufen wollten. Solche Hunde wollten ihren „goldenen Käfig“ für ein wenig Führung und Sicherheit aufgeben. Dieses Verhalten des eigenen Hundes zu erleben tut den Hundehaltern anfänglich zwar weh... Es ermutigt sie jedoch, ihrem Hund auch diese Sicherheit geben zu wollen, bzw. ihm die Verantwortung abzunehmen, indem sie an ihrem Umgang mit ihrem Hund arbeiten und dabei anfangen ihn als Hund und nicht als Ersatz für etwas “Menschliches” zu sehen. Selbst für seinen Hund ein vertrauensvoller Sozialpartner werden zu können ist einfa - cher als man denkt: Sie bringen den Willen dazu mit - wir zeigen Ihnen den Weg...
Wenn Hunde Hunden helfen - Ohne Worte ... Die Kunst der Dominanz - sieht gefährlich aus - ist es aber überhaupt nicht!
Letzte Änderung: 07.07.2021 Copyright: dog-psychology-center.ch
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Hilfe vom Rudel

Das Rudel und meine tagtäglichen Erfahrun - gen als “Leithund” in einem ständig wechseln - den Rudel, ist genau das, was mich von allen anderen Hundetrainern unterschei - det . Das Rudel dient mir dazu, eine sehr genaue Analyse über Ursachen von Fehl - verhalten von Hunden zu erstellen. War ein Hund mal 4-5 Tagen im Rudel, so hören Sie von mir nur überaus selten ein “ich weiss nicht, warum er das macht”. Das Feedback vom Rudel ist immer sehr präzise und “fadengeradeaus”. Viele Be - sitzer haben oft schon lange resigniert: “Der war schon immer so…“, “alle anderen im Wurf waren auch so” oder “ein Beagle bellt halt nun mal”; das sind Aussagen, die man sehr oft hört! Solche menschliche Überlegungen können sich Hunde gar nicht machen, weil Hunden der menschliche Verstand komplett fehlt. Es geht ihnen vorwiegend um Territorium, Rangordnung und Respekt: Du machst was ich sage - Punkt! Wie der Hund vorher war, oder ob er ein Beagle ist oder nicht, interessiert meine Leithunde überhaupt nicht... (siehe Video) Im Rudel hat sich ein Neuankömmling „im Jetzt“ respektvoll zu verhalten . Der Hund bemerkt rasch, dass er sich am neuen Ort in die neuen Strukturen einfügen muss, insbe - sondere dann, wenn er selbst noch Unsicher - heiten zeigt. Hunde lassen andere Hunde nie eine zu hohe Position im Rudel ein - nehmen , die sie überfordern könnten. Des - wegen müssen sie sich vorerst mal einordnen und können dann später in der Rangordnung aufsteigen, sobald sie selbstsicherer und aus - geglichener werden. Sehr oft werden Hunde von ihren Halten nicht nur dominant sondern auch unsi - cher gemacht . Zu Hause sieht man eher einen dominanten Hund, welcher draussen (im fremden Territorium) dann verunsichert sein müsste (dominant-unsichere Hunde). Das Verhalten der Neuankömmlinge im Rudel und insbesondere, wie unsere eigenen Leit - hunde auf Neuankömmlinge reagieren, gibt uns alle nötigen Informationen über seine Po - sition in der Hierarchie „Rudel des Hundes“ zu Hause. Oft wird man als Hundehalter bloss als „der grosse Welpe des Hundes“ betrach - tet, solange man noch nicht konsequent führt. Anfänglich verstellen sich die meisten Hunde noch, da sie sich in einem neuen Territorium befinden, wel - ches bereits von anderen beansprucht wird. Spätes - tens nach 2-3 Tagen zeigen sie im Rudel, wie wessensstark sie wirklich sind bzw. was sie für einen „Charakter“ haben. Sie zei - gen auch, was für Tricks sie zu Hause anwen - den, um ihre Rangordnung zu Hause über den Haltern zu halten. Grosse Hilfe für ängstliche Hunde Vom Hunderudel kann man lernen, dass man einem unsicheren / ängstlichen Hund keine Zuwendung geben darf. Er wird quasi von den anderen Hunden ignoriert und es wird ihm der nötige Freiraum gelassen. Solche Hunde haben die Tendenz, sich irgendwo zu verkriechen (sichere Höhle, z.B. unter Tisch). Würde man sie sich selbst überlassen, so würde sie wahrscheinlich während Stunden in diesem für sie schlechten Zustand verharren. Solchen Hunden helfe ich, indem ich ihnen an - fänglich die Rückzugmöglichkeiten biete und sie nach und nach dazu motiviere, Teil unserer Gemeinschaft zu sein (siehe auch weiter un - ten “Rudelspaziergänge - wichtig zur Vertrau - ensbildung und Analyse”. Anfänglich sind die Hunde an mich angeleint und können/müssen das Verhalten der ande - ren Hunde beobachten, was rasch Ver - trauen zum neuen Umfeld schafft. Interessanterweise helfen dann im 2. Schritt gerade die Hunde dem Neuankömmling, die früher genau dasselbe Problem hatten. So hilft z.B. ein ehemals ängstlicher Hund einem neu ankommenden (noch) unsicheren / ängstli - chen Hund aus seiner unschönen Situation heraus. Genauso läuft es bei dominanten und/oder aggressiven Hunden ab. Deswegen ist ein grosses Rudel auch so wichtig. Dies er - höht die Chance, dass ein passender “Thera - pie-Hund” verfügbar ist, um einem Hund mit Problemen so rasch helfen zu können, wie wir Menschen es nie schaffen könnten... Heute haben wir fast für jeden Hund einen passenden Leithund! Wer spielt mit wem? Alleine aufgrund der Tatsache, welchen Hund sich der Neuankömmling zum “spielen” aus - sucht, gibt uns jede Menge Feedback über den Status des Hundes, den er zu Hause für sich beansprucht. So suchen sich z.B. dominante Hunde (Anführer-Typen) immer den dominan - testen Hund aus dem Rudel aus, nicht zum Spielen (wie wir Menschen interpretieren wür - den), sondern um sich mit dem dominan - testen Rudelmitglied in der Rangordnung (spielerisch) zu messen . Jede Berührung unter den Hunden entspricht einem Punkt. Derjenige der am Schluss die meisten Punkte (Berührungen) hatte, ist der Ranghöhere der beiden. Wenn Hunde im Rudel nicht spielen (können...) Ein unbeschwerter Hund - ohne grosse Pro - bleme - kommt bei uns durchs Tor und dann geht - nach ruhiger Begrüssung - die Post ab: herum-toben, „spielen“, Sozialkontakte pfle - gen - einfach Hund sein! Hunde, die zu Hause Kontrollverhalten auf Menschen aufgebaut haben, wollen / können leider nicht mehr mit anderen Hunden spielen (mehr dazu später). Rudelspaziergänge wichtig zur Ver - trauensbildung und Analyse Bevor ich das Dog-Psychology-Center eröffnet hatte, waren unsere Rudelspaziergänge für die Hunde das “Highlight” des Tages . Sie lern - ten im Rudelverband zusammen zu bleiben, spielerisch/kontrolliert Energie abzulassen, nicht zu jagen, etc. Auch lernten Sie dank den zahlreichen, verschiedensten Begegnungen, respektvoll mit dem Umfeld umzugehen (z.B. Wild, Jogger, Reiter, Spaziergänger (mit/ohne Hund), Waldarbeiter, Schulklassen, etc.). Diese Spaziergänge warem besonders für un - sichere/ängstliche Hunde sehr hilfreich, da sie quasi auf neutralem Territorium (in einem anderen Raum) stattfanden und zur raschen Vertrauensbildung zum Rudel und zu sei - nem Führer beitragen. Die Rudeltrennung als wichtiges psy - chologisches Mittel Besonders für dominante Hunde ist eine kurze, gezielte Trennung vom Rudel eine äus - serst wirksame Therapieform. Gerade weil dominante Hunde meist Führungsanspruch haben und immer (zuvorderst) im Geschehen dabei sein wollen, wirkt eine kurze Rudeltren - nung innert kürzester Zeit Wunder. So wird ein Hund der z.B. jemanden “ännet am Zaun” verbellen möchte genau 1x gewarnt. Beim 2. Mal wird er (komentarlos) ins Haus beordert, wo er von drinnen zuschauen muss, wie sich die Hunde, die sich anständig verhalten, ver - gnügen können. Vom Rudel ausgeschlossen zu sein, resp. zusehen zu müssen wie andere sich mit dem Stärksten messen ist die beste “Medizin” für solche Hunde. Nach einigen Mi - nuten bekommen sie dann ihre nächste Chance. So verknüpfen Hunde innerhalb von nur wenigen Stunden, dass sich korrektes Verhalten lohnt - bzw. Fehlverhalten eben nicht. Das Rudel als Frühindikator von anste - henden Problemen ( Kontroll-Verhalten ) Wegen der unterschiedlichsten Zusammenset - zung des Rudels und den vielen speziellen Situationen (z.B. bei Fütterung, Transport im Bus, bei Besuch, Ankunft von neuen Hunden, etc.) werden viele Situationen geschaffen, in denen Hunde falsch reagieren können. In ei - ner Stunde so viele, wie wir sonst im norma - len Alltag gar nicht erleben dürften oder ein vielfaches an Zeit benötigen würden, um An - zeichen von Fehlverhalten korrekt erkennen zu können. Der Hauptgrund dafür ist, dass es z.B. zu Hause meist gar nichts zu verteidigen gibt - bis z.B. Besuch (mit speziellem Hund) kommt. Besonders auf den Rudelspaziergängen kann ich Frühindikatoren bei Hunden erkennen, die zum Kontroll-Verhalten neigen oder es be - reits tun. Einige Hunde kontrollieren ihre Besitzer auf subtilste und unauffälligste Art und Weise, die man auch beim Heranziehen eines Experten meist nicht erkennen kann, zu - mal viele das passive Kontrollverhalten gar nicht kennen. Das Kontroll-Verhalten ist aus tierpsycholo - gischer Sicht eines der grössten Übel , die ein Hund mit sich tragen kann und führt dazu dass Hunden regelmässig Erholungsphasen fehlen ... Das Kontroll-Verhalten und seine Auswirkun - gen auf den Hund und sein Umfeld wird mit der Zeit meist immer schlimmer, bis es schlussendlich dann zum (wirklich problemati - schen) Kontrollverlust führt. In solchen Fällen kann der Hund oft nicht mehr alleine zu Hause gelassen werden (Kombination Bellen/Heulen/Schluchzen). Dies sollte man dann auch nicht mehr tun, denn es bedeutet die Hölle für Hunde - jedes Mal wenn das, was er kontrollieren sollte sich (unerlaubter-weise) entfernt. Kümmern Sie sich sofort um Hilfe - ihr Hund braucht sie dringender, als man den - ken würde! Das Tragische am Kontroll-Verhalten ist, dass solche Hunde oft sehr manipulativ arbeiten und ihre Situation wird mit der Zeit immer schlimmer. Viele Halter haben Probleme Kon - trollverhalten überhaupt zu erkennen oder richtig zu interpretieren. Im günstigeren Fall bemerken Hundehalter das Kontrollverhalten ihres Hundes nicht. Im schlimmeren Fall miss-interpretieren wir das Fehlverhalten und bestärken den Hund, indem wir es - im - mer wieder - falsch bestätigen. So lernen man z.B. in klassischen Hundeschu - len, dass man Blickkontakte vom Hund belohnen soll. Leithunde drehen den Spiess einfach um und bestimmen dann über ihre Halter, wann sie belohnt werden wollen - sie geben uns quasi den Befehl dazu und wir führen ihn dann auch noch jedes (brav) Mal aus! Hunde mit Kontroll-Verhalten, verlieren leider - vor lauter Aufgaben gegenüber dem Menschen - das Interesse an anderen Hun - den. Oft werden diese dann zu Rivalen, wenn sie dieselben Menschen besitzen oder kontrol - lieren wollen, welche schon von einem Hund beansprucht würden (Kontroll- Besitzverhal - ten).

Kastration

bei

Rüden

-

Ja

oder

Nein?

Das

Rudel hat die Antwort!

Dies ist eine Frage, die oft gestellt wird und auch sehr kontrovers - teilweise emotional - diskutiert wird. Meistens sind es Männer die vorwiegend Probleme haben, ihren Rüden ka - strieren zu lassen. Sie glauben u.a., ihr Hund wäre nach einer Kastration “kein richtiger Kerl” mehr. Dies ist ein gutes Beispiel von menschlicher Logik, welche sich eben nicht auf die Natur übertragen lässt. Unkastrierte Hunde , welche besser kastriert werden sollten, sind im Alltag (vorwiegend auf den Spaziergängen) sexuell gestresst . Sie ziehen in der Regel ihre Besitzer von Duft - marke zu Duftmarke, welche sie unbedingt überdecken müssen. Oft zeigen solche Hunde auch Begleiterscheinungen wie übermässiges Hächeln, Sabbern, etc. Kommt so ein Rüde in ein Hunderudel von mehreren unkastrierten Rüden, bzw. in ein Territorium, in welchem bereits viele “Konkur - renten” ihre Duftmarke hinterlassen haben, so können Sie sich vorstellen, wie viel Arbeit der Neuankömmling hat, denn er MUSS jede Marke überdecken (er würde versuchen den ganzen Tag nichts anderes zu tun...). Dann steht er schon vor dem nächsten Problem: Mein (unkastrierter) Leithund wird es nicht zu - lassen, dass der Neuankömmling SEINE Marken in seinem Territorium überdeckt... Gibt es noch andere fremde Rüden, so könnte es - ohne meine Aufmerksamkeit und Kon - trolle - rasch zu einem Kampf kommen. Ein kastrierter Hund hingegen kommt als “Neutrum” in unser Rudel und hat keine Konkurrenten , sondern nur Freunde, mit de - nen man von Anfang an (unbeschwert) spielen kann, ohne sich unbedingt um die Rangord - nung kümmern zu müssen. Können Hundehalter diesen Unterschied im Rudel live erleben , so wird so manchem klar, dass es keinen besseren Experten als das Rudel gibt, um diese Frage zu beantworten. Ich persönlich bin nicht der Meinung, dass je - der Rüde grundsätzlich kastriert werden sollte. Kommt der Hinweis zur Kastration vom Rudel, so sollte dieser Rat (seinem Hund zu liebe) auch befolgt werden. Bisher hat noch keiner den Ratschlag des Rudels bereut, denn die Natur liegt immer richtig! Informationen über die Vor- und Nachteile einer Kastration aus medizinischer Sicht , finden Sie hier .

Respekt und Vertrauen

Ohne Respekt - kein Vertrauen . Das sind die Naturgesetze, welche immer gelten. Oder würden Sie selbst jemandem vertrauen, den sie nicht respektieren können? Das Vertrauen zu gewinnen, ist der erste und wichtigste Schritt bei meiner Arbeit. Das Vertrauen kann mir ein Hund nur schen - ken, wenn ich mich ihm gegenüber “hün - disch korrekt”, resp. respektvoll verhalte. Ein gutes Beispiel für respektloses Verhal - ten , sind die vielen “sogenannten Hunde - fans” , die bei einer Hunde-Begegnung vor lauter Freude, meist (zu) rasch und mit vielen lieben (gut-gemeinten) Worten von oben auf einen kleinen Hund “losgehen” (als würden sie ein Grosskind begrüssen...), welcher sich ver - ständlicherweise vor lauter Angst duckt oder zurückzieht. Eine respektvolle Begegnung (aus Sicht des Hundes) wäre, wenn diese Person sich als “Hundekenner” nähern würde, in - dem sie sich wortlos und ohne Augenkon - takt neben den Hund hinknien würde ( OHNE Blickkontakt zum Hund ), bis dieser sein Interesse an uns bekundet, indem er be - ginnt an uns zu riechen. Dies ist der Moment, wo man ihn von unten anfassen kann (wort - los) . Nun kann man den Hund auch an - schauen - fixieren sie ihn aber nicht permanent, sondern schauen sie - von Zeit zu Zeit - wieder mal weg und dann wieder hin. Vermeiden sie weiterhin , mit dem Hund zu sprechen. Beachtet man diese wenigen Re - geln, kann sich ein Hund nicht bedrängt fühlen und kann die respektvolle Begrüssung auch „geniessen“ oder annehmen. Oft benötigt man so nur wenige Sekunden oder Minuten, bis man das Vertrauen eines je - den Hundes erlangt. Bräuchte es Stunden, so würde ich mir auch diese Zeit nehmen, denn ohne Vertrauen kann ich keinem Hund aus seiner Situation heraus helfen. Reicht man einem Leithund (der sonst ge - wohnt ist, alles um ihn herum zu besitzen) den “kleinen Finger”, so versucht dieser meist (durch dominante Annäherungsversu - che) gleich die ganze Hand zu bekommen. Korrigiert man dieses dominante Verhalten auf artgerechte Art und Weise, so merkt dieser sofort, dass im „Hier und Jetzt“ jemand die Kontrolle übernommen hat, bzw. die Führung beansprucht und der Hund überlässt mir (re - spektvoll) “seinen” Raum, bzw. gibt auf, diesen für sich zu beanspruchen. Wie wichtig diese Führung für Hunde ist, konnten Hundehalter jeweils bei meinen Haus - besuchen oder bei einem Kennenlernen im Zentrum live miterleben. Da kommt ein wild - fremder Typ und der Hund verhält sich plötz - lich ganz anders - ohne wochenlanges Training. Verabschiede ich mich dann nach 1-2 Stunden von den Hundehaltern, dann passiert es oft, dass besonders ängstliche Hunde mir nachlaufen wollten. Solche Hunde wollten ih - ren „goldenen Käfig“ für ein wenig Füh - rung und Sicherheit aufgeben. Dieses Verhalten des eigenen Hundes zu erle - ben tut den Hundehaltern anfänglich zwar weh... Es ermutigt sie jedoch, ihrem Hund auch diese Sicherheit geben zu wollen, bzw. ihm die Verantwortung abzunehmen, indem sie an ihrem Umgang mit ihrem Hund arbei - ten und dabei anfangen ihn als Hund und nicht als Ersatz für etwas “Menschliches” zu sehen. Selbst für seinen Hund ein vertrauensvoller Sozialpartner werden zu können ist einfa - cher als man denkt: Sie bringen den Willen dazu mit - wir zei - gen Ihnen den Weg...
Letzte Änderung: 07.07.2021 Copyright dog-psychology-center.ch
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Leithund Goliath Die Kunst der Dominanz - sieht gefährlich aus - ist es aber überhaupt nicht!
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